Der Löwenzahn

🌼 Gewöhnlicher Löwenzahn

(𝘛𝘢𝘳𝘢𝘹𝘢𝘤𝘶𝘮 𝘰𝘧𝘧𝘪𝘤𝘪𝘯𝘢𝘭𝘦 agg.)

Der Gewöhnliche Löwenzahn wächst nahezu auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel. Er gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist bei uns an Wegrändern, auf Wiesen und in Gärten allgegenwärtig. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 30 cm.

Löwenzahn ist eine der wichtigsten Futterpflanzen für Landschildkröten. Blätter, Blüten und Stängel werden von den meisten Tieren mit großem Appetit gefressen. Auch im natürlichen Habitat europäischer Landschildkröten kommt Löwenzahn regelmäßig vor.

🌼 Wachstum & Eigenschaften

Löwenzahn bildet robuste Blattrosetten mit tief reichender Pfahlwurzel. Dadurch ist die Pflanze besonders trittfest, trockenheitsresistent und kann sich gut im Schildkrötengehege halten. Ein einzelnes Exemplar kann sehr viele Samen produzieren und sorgt so langfristig für eine stabile Vegetation.

🌱 Korrekte Aussaat

Löwenzahnsamen sind lichtsensibel und sehr klein. Es handelt sich dabei um Lichtkeimer. Löwenzahn kann auch noch keimen, wenn Samen leicht mit Erde bedeckt werden. Deshalb wird er manchmal als Wechselkeimer beschrieben. Das ändert aber nichts daran, dass er keimphysiologisch zur Lichtkeimer-Gruppe gehört.

  • Samen aufstreuen
  • Nur andrücken und nicht mit Erde bedecken
  • Bei Aussaat im Anzuchtgewächshaus auf eine

Die Keimung erfolgt meist bei Temperaturen um 15–18 °C innerhalb von etwa zwei bis vier Wochen. Eine Direktsaat ins Freiland ist ab Frühjahr problemlos möglich.


🐢 Bewertung für Schildkröten

✔ hervorragende Futterpflanze
✔ regenerationsfähig
✔ trittfest
✔ sehr gute Selbstaussaat

Fütterung: Vielseitig, aber nicht einseitig

So wertvoll Löwenzahn auch ist – wie bei allen Futterpflanzen gilt: Die Mischung macht’s.
Löwenzahn enthält vergleichsweise viel Eiweiß. Eine einseitige, zu proteinreiche Ernährung kann bei Landschildkröten langfristig zu Nierenproblemen und Gicht führen.

👉 Ideal ist daher eine Kombination aus Löwenzahn und weiteren Wildkräutern wie zum Beispiel Wegerich, Disteln, Malven oder Wegwarte.


🌿 Wichtige Inhaltsstoffe (Auswahl)

Löwenzahn ist reich an sekundären Pflanzenstoffen sowie Vitaminen und Mineralien:

  • Bitterstoffe (u. a. Sesquiterpenlactone wie Tetrahydroiridentin B, Ainsliosid, Taraxacin)
  • Triterpene (z. B. Taraxasterol)
  • Sterole, Flavonoide und Cumarine
  • Vitamine: A, B1, B2, B6, C, D, Cholin
  • Mineralstoffe: besonders Kalium
  • Calcium: ca. 168 mg pro 100 g Pflanze

🌼 Warum Bitterstoffe so wichtig sind

Die im Löwenzahn enthaltenen Bitterstoffe sind für Schildkröten besonders wertvoll. Sie:

  • fördern die Verdauung
  • regen den Appetit an
  • unterstützen Leber und Galle
  • wirken leicht antimikrobiell

Viele dieser Bitterstoffe kommen in anderen Futterpflanzen nur in geringen Mengen vor.


🌿 Löwenzahn als Heilpflanze

Löwenzahn gilt seit jeher als klassische Verdauungs-Heilpflanze – auch in der modernen Pflanzenkunde. Seine Inhaltsstoffe wirken:

  • verdauungsfördernd
  • blähungslindernd
  • leicht entzündungshemmend

Auch bei Haustieren wie Landschildkröten, Kaninchen oder Meerschweinchen hat sich Löwenzahn bei Verdauungs- und Gallenproblemen bewährt.


🍂 Getrockneter Löwenzahn

Löwenzahn lässt sich gut trocknen und ganzjährig verfüttern.
Durch das Trocknen steigt der Rohfaseranteil, was ihn besonders wertvoll für die Darmgesundheit macht.

Tipp: Ganze Büschel an einem warmen, luftigen Ort aufhängen und vollständig durchtrocknen lassen.


✅ Kurz gesagt

Löwenzahn ist eine gute Futterpflanze für Landschildkröten: nährstoffreich, bitterstoffhaltig, gut verfügbar und artgerecht 🌿🐢
Aber: Nur in Kombination mit anderen Wildkräutern bildet er die perfekte Basis für eine gesunde, naturnahe Ernährung.

Pusteblume

Kaum eine Pflanze ist so bekannt wie der Löwenzahn mit seinen beliebten Pusteblumen. Was viele dabei nicht wissen: Die flauschigen Kugeln bestehen aus zahlreichen Samen, die an kleinen Schirmchen hängen. Diese werden durch den Wind – oder durch kräftiges Pusten – verbreitet. Neben dieser natürlichen Ausbreitung ist auch eine gezielte Aussaat problemlos möglich.

Löwenzahnsamen – Aussehen und Eigenschaften

Nachdem die gelben Blüten des Löwenzahns verblüht sind, fallen die Blütenblätter ab. Die äußeren Hüllblätter schließen sich zunächst und schützen die sich entwickelnden Samen. Sobald diese vollständig ausgereift sind, öffnen sich die Hüllblätter erneut und geben die bekannten Pusteblumen frei. Jeder einzelne Samen ist mit einem feinen Schirm ausgestattet, der ihn vom Wind oft über große Entfernungen tragen lässt. Nach der Landung sorgt eine kleine Spitze am Samen dafür, dass er sich gut im Boden verankern kann.

Selbst bei windstillem Wetter bleibt die Verbreitung gesichert, denn bereits eine leichte Berührung kann die Samen lösen und zum Davonfliegen bringen.

Ein einzelner Löwenzahn kann mehrere tausend Samen pro Jahr produzieren. Allerdings keimen nicht alle davon, da ein Teil nicht keimfähig ist oder von Insekten gefressen wird. Die Samen können jedoch viele Jahre im Boden überdauern und bleiben teilweise bis zu einem Jahrzehnt keimfähig.

Blütezeit des Löwenzahns

Die Hauptblüte beginnt meist im April und dauert bis in den Frühsommer hinein. Unter günstigen Bedingungen kann es im Sommer zu einer weiteren Blüte kommen.

Samenreife beim Löwenzahn

Etwa zehn Tage nach Beginn der Blüte sind die Samen in der Regel vollständig entwickelt. Wer eine unkontrollierte Ausbreitung verhindern möchte, sollte verblühte Blütenstände möglichst früh absammeln, da sich die Samen bereits bei geringster Berührung lösen können. Trocken und dunkel aufbewahrt, können die abgeerntete Samen dann wieder ausgesät werden.