Minimalinvasive Kastration bei männlichen Schildkröten

Seit 2013 wird in Zürich, in der Klinik für Nager, Vögel und Reptilien der UZH die minimalinvasive (endoskopische) Kastration männlicher Schildkröten durchgeführt. Der Eingriff wurde dort inzwischen bei über 300 Tieren vorgenommen. Besonders häufig betrifft dies männliche mediterrane Landschildkröten.

Die Entscheidung über eine Kastration sollte stets in Abstimmung mit einem erfahrenen Reptilientierarzt getroffen werden.

Es gibt derzeit nur wenige Reptilientierärzte, die diesen Eingriff außerhalb von Tierärztlichen Hochschulen durchführen.

Warum kann eine Kastration sinnvoll sein?

In vielen Schildkrötenhaltungen sind Männchen deutlich in der Überzahl. Vor allem bei europäischen Landschildkröten zeigen männliche Tiere während der Fortpflanzungszeit häufig ein sehr aufdringliches, aggressives Verhalten. Typisch sind wiederholtes Beißen und Aufreiten, das sich nicht nur gegen Weibchen, sondern auch gegen andere Männchen richtet.

Dieses Verhalten führt zu dauerhaftem Stress innerhalb der Gruppe und nicht selten auch zu Verletzungen, die zum Teil schwerwiegende Folgen haben können. Es gibt Männchen, die kaum noch zum Fressen kommen, sich selbst und andere Tiere verletzen, und unter Dauerstress stehen.

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass kastrierte Männchen ab etwa vier Wochen nach dem Eingriff deutlich ruhiger werden können. Das aggressive und bedrängende Verhalten nimmt häufig ab und verschwindet in vielen Fällen vollständig. Langzeituntersuchungen zu den Auswirkungen der Kastration laufen derzeit und werden wissenschaftlich ausgewertet.

Was die Studienlage zeigt

Die bislang umfangreichste Untersuchung zur endoskopischen Kastration bei Europäischen Landschildkröten stammt von Hatt, Kummrow, Wenger und Clauss (2019) der Klinik für Zoo-, Heim- und Wildtiere der Universität Zürich. In der Studie wurden 50 Tiere der Arten Testudo graeca, Testudo hermanni und Testudo marginata zwischen 2013 und 2017 endoskopisch kastriert. Das Körpergewicht der Tiere lag zwischen 334 und 2.645 g, das Alter zwischen 5 und geschätzten 60 Jahren.

95 Prozent der befragten Halter berichteten von einer vollständigen oder deutlichen Reduktion des aggressiven Paarungsverhaltens. 59 Prozent bemerkten eine spürbare Verhaltensänderung innerhalb eines Monats nach dem Eingriff – bei einem Teil der Tiere dauerte es länger, bis eine Wirkung sichtbar wurde. Komplikationen waren selten und in keinem Fall auf die Operationstechnik selbst zurückzuführen.


Kastration ist nicht immer die erste Wahl

Kastration ist nicht immer die erste Wahl – und aus Sicht einiger Experten selten indiziert

Die wissenschaftliche und tierärztliche Fachwelt ist in der Bewertung der Kastration bei Landschildkröten nicht einheitlicher Meinung. Zwei relevante Positionen stehen sich gegenüber.

Die Züricher Arbeitsgruppe um Hatt, Kummrow, Wenger und Clauss (2019) bewertet die endoskopische Kastration grundsätzlich positiv: Bei 95 Prozent der operierten Tiere berichteten Halter von einer vollständigen oder deutlichen Verhaltensänderung. Die Autoren empfehlen, konservative Maßnahmen zunächst zu prüfen, sehen die Kastration bei ausreichender Indikation jedoch als legitime Option.

Deutlich kritischer äußern sich die Auffangstation für Reptilien München e.V. und die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) in ihrer gemeinsamen Stellungnahme von 2019. Aus ihrer Sicht ist die Kastration ein nach § 6 Abs. 1 S. 1 TierSchG grundsätzlich verbotener Eingriff, der nur dann zulässig ist, wenn Haltungsverbesserungen nicht zum selben Ergebnis führen oder echte medizinische bzw. verhaltenspathologische Gründe vorliegen. Für Schildkröten sehen beide Institutionen im Regelfall keinen vernünftigen Grund, der einen solchen Eingriff rechtfertigen würde. Auch das Argument der Reproduktionsverhinderung entfällt, da es sich bei Landschildkröten ausschließlich um eierlegende Arten handelt.

Die TVT-Stellungnahme benennt zudem eine häufig übersehene Ursache des Problems: Ganzjährig reichhaltige Fütterung simuliert für die Tiere dauerhaft die Nahrungsdichte der Paarungszeit – in der Natur herrscht ab Mai/Juni Mangel und Trockenheit, und intensive Paarungsaktivitäten kommen so über einen langen Sommer gar nicht vor. Eine jahreszeitlich angepasste Fütterung kann das Verhalten deutlich entschärfen, ohne jeden Eingriff.

Beide Quellen sind sich in einem Punkt einig: Bevor eine Kastration überhaupt in Betracht gezogen wird, müssen konsequent alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sein. Dazu gehören echte Geschlechtertrennung ohne Sicht- und Geruchskontakt, Einzelhaltung der Männchen in ausreichend großen und strukturierten Gehegen, eine wirklich durchdachte Gruppenzusammenstellung mit günstigem Geschlechterverhältnis, jahreszeitlich orientierte Fütterung sowie Beschäftigung und Umweltanreicherung für einzeln gehaltene Tiere.

Eine Kastration ist und bleibt ein chirurgischer Eingriff unter Vollnarkose, der mit einem Narkoserisiko verbunden ist – insbesondere bei kleinen, sehr alten oder gesundheitlich beeinträchtigten Tieren. Jede Entscheidung muss daher individuell und in enger Abstimmung mit einem reptilienkundigen Tierarzt getroffen werden.

Empfohlene Maßnahmen vor Kastrastion

  • Geschlechtertrennung, wobei die Tiere sich weder sehen noch riechen sollten=Einzelhaltung der Männchen
  • Strukturierung des Geheges mit Sichtschutz, Verstecken und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten
  • Gezielte Zusammenstellung der Gruppe mit einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis
  • Anpassung der Fütterung an die natürlichen jahreszeitlichen Verhältnisse, Trockenfütterung im Sommer
  • Enrichment für die Tiere

Die vollständige Stellungnahme der TVT ist unten in den Quellen verlinkt.


Achung, Spermaspeicherung

Ein wichtiger Hinweis:

Weibliche Schildkröten sind in der Lage, Sperma über mehrere Jahre im Reproduktionstrakt zu speichern und damit auch nach der Kastration eines Männchens noch befruchtete Eier zu legen. Halterinnen und Halter sollten dies bei der Planung der Gruppenhaltung berücksichtigen und nicht davon ausgehen, dass nach dem Eingriff keine Nachzucht mehr möglich ist.


Zeitpunkt und Voraussetzungen für den Eingriff

Kastrationen werden in der Regel frühestens ab dem 1. Mai durchgeführt. Je nach Witterung kann der Eingriff auch etwas früher möglich sein. Voraussetzung ist jedoch, dass die Schildkröten den Winterschlaf vollständig beendet haben, aktiv sind, gesund wirken und zuverlässig fressen.

Warum im Frühjahr der optimale Zeitpunkt ist

Die Hodengröße bei Europäischen Landschildkröten unterliegt einer ausgeprägten saisonalen Variation. Unmittelbar nach der Winterstarre, im April und Mai, sind die Hoden am kleinsten. Zu diesem Zeitpunkt ist der Eingriff technisch am einfachsten durchzuführen und mit dem geringsten Operationsrisiko verbunden. Hatt et al. (2019) konnten zeigen, dass Tiere, die früh in der Saison operiert wurden, auch schneller eine Verhaltensänderung zeigten. Mit fortschreitender Paarungszeit wachsen die Hoden deutlich an – bei den untersuchten Tieren reichte die Hodenlänge von 1,4 bis 7,0 cm –, was den Eingriff aufwändiger und riskanter macht.

Die Operationssaison endet Mitte bis Ende August. Danach ist eine Kastration aufgrund der notwendigen Wundheilungszeit und der bevorstehenden Winterstarre nicht mehr sinnvoll oder sicher durchführbar.

Für den Eingriff sollten die Tiere ein Mindestkörpergewicht von 350 g erreicht haben, damit eine endoskopische Kastration durchgeführt werden kann.

Wichtig:

Eine Kastration ist ein chirurgischer Eingriff unter Vollnarkose, der mit einem gewissen Narkoserisiko verbunden ist – insbesondere bei kleinen, sehr alten oder gesundheitlich beeinträchtigten Tieren. Die Entscheidung sollte daher immer in enger Abstimmung mit einem Reptilientierarzt getroffen werden.

Die endoskopische Kastration ist eine wirksame, gut belegte Option – aber erst nach Ausschöpfung konservativer Alternativen und immer in Absprache mit einem reptilienkundigen Tierarzt.

Ablauf der Kastration

Vor der Operation wird die Schildkröte zwei Tage lang nicht gefüttert. Zur optimalen Vorbereitung der Narkose wird empfohlen, das Tier bereits am Vortag in die Klinik zu bringen. Die Operation findet am folgenden Tag unter Vollnarkose statt.

Für den Eingriff wird die Schildkröte seitlich gelagert. Beidseits, jeweils vor dem Hinterbein, wird ein etwa zwei Zentimeter langer Hautschnitt gesetzt. Mithilfe spezieller endoskopischer Instrumente werden die in der Körperhöhle liegenden Hoden entfernt.

Nach der Operation wacht die Schildkröte in der Klinik auf und kann in der Regel am nächsten Tag wieder nach Hause entlassen werden. Die Hautnähte werden nach vier bis sechs Wochen entfernt.


Halterbefragung

Sie haben kastrierte Schildkröten in Ihrem Bestand und möchten gerne Ihre Erfahrungen damit teilen? Melden Sie sich gerne bei mir über das Kontaktformular.

Wissenschaftliche Quellen

1. Technik bei Testudo hermanni

Paries S. et al. (2014): Endoscopic assisted orchiectomy in Herman’s tortoises (Testudo hermanni sp.) Tierärztliche Praxis, Ausgabe K (Kleintiere/Heimtiere) DOI: 10.15654/TPK-131089 PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25418348/

Beschreibt die Erstbeschreibung der Technik: beidseitiger präfemoraler Zugang mit 2,7-mm-Endoskop (30°), Ligatur mit Hemoclips. Durchgeführt an 10 adulten Männchen, jeder Hoden in ca. 20 Minuten entfernt, keine Komplikationen.


2. Wirkung auf Verhalten bei Testudo-Arten

Hatt JM, Kummrow M, Wenger S, Clauss M. (2019): Orchiectomy in Testudo species: technical aspects and effect on courtship behaviour Veterinary Record, 184(18):555 DOI: 10.1136/vr.105095 PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30878949/

Hatt JM, Kummrow M. (2019): Chirurgische Kastration männlicher Landschildkröten – eine differenzierte Betrachtung ist angebracht. Tierärztliche Praxis K.

50 Schildkröten (Testudo graeca, T. hermanni, T. marginata) wurden von April bis September 2013–2017 endoskopisch kastriert. 95 % der Halter berichteten von einer vollständigen oder teilweisen Reduktion des aggressiven Paarungsverhaltens, 59 % bemerkten eine Verhaltensänderung innerhalb eines Monats nach dem Eingriff.


3. Übersicht zur Kastrationsindikation

Tortoise orchiectomy – treatment tool or management option? (2019) PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31048523/ ResearchGate: https://www.researchgate.net/publication/332823579

Diskutiert die Kastration als Managementoption bei Gruppenhaltung.

4. Einzelhaltung statt Kastration

Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) / Auffangstation für Reptilien München e. V.: Stellungnahme zur Kastration und Haltung von Landschildkröten. https://www.tierschutz-tvt.de/alle-merkblaetter-und-stellungnahmen/#c273

5. Studie an Wüstenschildkröten (Gopherus agassizii)

Proença LM et al. (2014): Single surgeon coelioscopic orchiectomy of desert tortoises for population management Veterinary Record, 175(16):404 DOI: 10.1136/vr.102421 PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25015072/

Beschreibt die Technik bei größeren Schildkröten mit längeren Hoden, relevanter Vergleich für andere Testudo-Arten.


Minimally Invasive Castration in Male Tortoises

Since 2013, minimally invasive (endoscopic) castration of male tortoises has been performed at the Clinic for Zoo Animals, Exotic Pets and Wildlife at the University of Zurich. The procedure has now been carried out on over 300 animals there, with male Mediterranean land tortoises being the most commonly treated.

The decision to proceed with castration should always be made in consultation with an experienced reptile veterinarian.

At present, only a small number of reptile veterinarians perform this procedure outside of veterinary university hospitals.

Why might castration be appropriate?

In many tortoise collections, males are considerably overrepresented. Particularly in European land tortoises, males frequently display very persistent, aggressive behaviour during the breeding season. This typically includes repeated biting and mounting, directed not only at females but also at other males.

This behaviour causes sustained stress within the group and can often result in injuries, some of which may have serious consequences. There are males that barely manage to feed, injure themselves and other animals, and are under constant stress.

Experience from practice shows that castrated males may become noticeably calmer from around four weeks after the procedure. Aggressive and harassing behaviour frequently decreases and, in many cases, disappears entirely. Long-term studies on the effects of castration are currently under way and are being evaluated scientifically.

What the research shows

The most comprehensive study to date on endoscopic castration in European land tortoises was conducted by Hatt, Kummrow, Wenger and Clauss (2019) at the Clinic for Zoo Animals, Exotic Pets and Wildlife at the University of Zurich. The study involved 50 animals of the species Testudo graeca, Testudo hermanni and Testudo marginata, castrated endoscopically between 2013 and 2017. Body weight ranged from 334 to 2,645 g, and age from 5 to an estimated 60 years.

95 per cent of keepers surveyed reported a complete or marked reduction in aggressive mating behaviour. 59 per cent noticed a discernible behavioural change within one month of the procedure – in some animals, it took longer for any effect to become apparent. Complications were rare and in no case attributable to the surgical technique itself.

Castration is not always the first choice

The scientific and veterinary community is not of one mind regarding the assessment of castration in land tortoises. Two relevant positions stand in contrast to one another.

The Zurich research group of Hatt, Kummrow, Wenger and Clauss (2019) takes a broadly positive view of endoscopic castration: 95 per cent of keepers whose animals underwent the procedure reported a complete or marked behavioural change. The authors recommend that conservative measures be explored first, but regard castration as a legitimate option where there is sufficient indication.

Considerably more critical is the joint position paper issued in 2019 by the Reptile Rescue Centre Munich (Auffangstation für Reptilien München e.V.) and the Veterinary Association for Animal Protection (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V., TVT). In their view, castration constitutes a procedure that is in principle prohibited under § 6 para. 1 sent. 1 of the German Animal Welfare Act (TierSchG), and is only permissible where husbandry improvements fail to achieve the same outcome, or where genuine medical or behavioural-pathological grounds exist. Both institutions see no reasonable justification for such an intervention in tortoises as a rule. The argument of preventing uncontrolled reproduction also does not apply, since land tortoises are exclusively egg-laying species.

The TVT position paper also highlights a frequently overlooked cause of the problem: year-round abundant feeding simulates the food availability of the breeding season on a permanent basis. In their natural habitats, scarcity and drought prevail from May or June onwards, and intensive mating activity simply does not persist throughout a long summer. Seasonally adjusted feeding can substantially reduce problematic behaviour without any surgical intervention.

Both sources agree on one point: before castration is even considered, all conservative options must be thoroughly exhausted. These include genuine separation of the sexes without visual or olfactory contact, individual housing of males in adequately sized and structured enclosures, a carefully considered group composition with a favourable sex ratio, seasonally adjusted feeding, and environmental enrichment for individually housed animals.

Castration remains a surgical procedure carried out under general anaesthesia, with an associated anaesthetic risk – particularly in small, elderly, or otherwise compromised animals. Every decision must therefore be made on an individual basis and in close consultation with a reptile veterinarian.

Recommended measures prior to castration

  • Separation of the sexes, ensuring animals can neither see nor smell one another – which in practice means individual housing of males
  • Structuring of the enclosure with visual barriers, hides, and ample retreats
  • Careful composition of the group with a balanced sex ratio
  • Adjustment of feeding to reflect natural seasonal conditions, including reduced feeding in summer
  • Environmental enrichment for the animals

The full TVT position paper is linked in the references below.

Important: Sperm storage

Female tortoises are capable of storing sperm in their reproductive tract for several years, meaning that fertilised eggs may still be laid even after a male has been castrated. Keepers should bear this in mind when planning group housing and should not assume that breeding becomes impossible following the procedure.

Timing and prerequisites for the procedure

Castrations are generally performed from 1st May at the earliest. Depending on weather conditions, the procedure may occasionally be possible slightly earlier. However, it is essential that the tortoises have fully emerged from hibernation, are active, appear healthy, and are feeding reliably.

Why spring is the optimal time

Testicular size in European tortoises varies considerably with the seasons. Immediately after hibernation, in April and May, the testes are at their smallest. At this point, the procedure is technically straightforward and carries the lowest surgical risk. Hatt et al. (2019) demonstrated that animals operated on early in the season also showed behavioural changes more quickly. As the breeding season progresses, the testes increase markedly in size – in the animals studied, testicular length ranged from 1.4 to 7.0 cm – making the procedure more complex and higher-risk.

The operating season ends in mid to late August. After this point, castration is no longer advisable or safely practicable, given the wound healing time required and the onset of hibernation.

Animals should have reached a minimum body weight of 350 g before an endoscopic castration can be carried out.

Important: Castration is a surgical procedure under general anaesthesia that carries a degree of anaesthetic risk – particularly in small, elderly, or otherwise compromised animals. The decision should therefore always be made in close consultation with a reptile veterinarian.

Endoscopic castration is a well-evidenced and effective option – but only after conservative alternatives have been exhausted, and always in agreement with a reptile-experienced veterinarian.

How the procedure is performed

The tortoise is not fed for two days prior to the operation. To allow for optimal anaesthetic preparation, it is recommended that the animal be brought to the clinic the day before. The operation itself takes place the following day under general anaesthesia.

For the procedure, the tortoise is placed on its side. A small incision of approximately two centimetres is made on each side, just in front of the hind leg. Using specialist endoscopic instruments, the testes, which lie within the body cavity, are removed.

Following the operation, the tortoise recovers at the clinic and can typically be discharged the next day. The skin sutures are removed four to six weeks later.

Keeper survey

Do you have castrated tortoises in your collection and would like to share your experience? Please feel free to get in touch via the contact form.

Scientific references

1. Technique in Testudo hermanni Paries S. et al. (2014): Endoscopic assisted orchiectomy in Herman’s tortoises (Testudo hermanni sp.). Tierärztliche Praxis, Ausgabe K. DOI: 10.15654/TPK-131089. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25418348/

Describes the first account of the technique: bilateral prefemoral approach using a 2.7 mm endoscope (30°), ligation with haemoclips. Performed on 10 adult males; each testis removed in approximately 20 minutes; no complications.

2. Effect on behaviour in Testudo species Hatt JM, Kummrow M, Wenger S, Clauss M. (2019): Orchiectomy in Testudo species: technical aspects and effect on courtship behaviour. Veterinary Record, 184(18):555. DOI: 10.1136/vr.105095. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30878949/

Hatt JM, Kummrow M. (2019): Chirurgische Kastration männlicher Landschildkröten – eine differenzierte Betrachtung ist angebracht. Tierärztliche Praxis K.

50 tortoises (Testudo graeca, T. hermanni, T. marginata) were castrated endoscopically between April and September 2013–2017. 95% of keepers reported a complete or partial reduction in aggressive mating behaviour; 59% noticed a behavioural change within one month of the procedure.

3. Overview of castration indications Tortoise orchiectomy – treatment tool or management option? (2019). PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31048523/. ResearchGate: https://www.researchgate.net/publication/332823579

Discusses castration as a management option in group housing.

4. Individual housing as an alternative to castration Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) / Auffangstation für Reptilien München e.V.: Position paper on castration and the keeping of land tortoises. https://www.tierschutz-tvt.de/alle-merkblaetter-und-stellungnahmen/#c273

5. Study in desert tortoises (Gopherus agassizii) Proença LM et al. (2014): Single surgeon coelioscopic orchiectomy of desert tortoises for population management. Veterinary Record, 175(16):404. DOI: 10.1136/vr.102421. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25015072/

Describes the technique in larger tortoises with longer testes; a relevant comparison for other Testudo species.