Skarifizierung

Skarifizierung von Futterpflanzen-Samen

Was ist Skarifizierung bei Futterpflanzen-Samen?

Viele Wildpflanzen – besonders einige wichtige Schildkröten-Futterpflanzen – besitzen eine sehr feste Samenschale. Diese schützt den Samen in der Natur vor:

  • Austrocknung
  • Frost
  • Verdauung durch Tiere
  • vorzeitiger Keimung

Diese Schutzschicht kann jedoch verhindern, dass Wasser in den Samen gelangt. Ohne Wasser kann kein Keimprozess beginnen. Genau hier setzt die Skarifizierung an.


Was passiert bei der Skarifizierung?

Durch mechanische oder natürliche Einwirkungen wird die Samenschale:

✔ angeraut
✔ eingeritzt
✔ geschwächt

Dadurch kann:

➡ Wasser eindringen
➡ Sauerstoff aufgenommen werden
➡ der Keimprozess starten


Welche Futterpflanzen profitieren besonders davon?

Vor allem Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae):

  • Hornklee (𝘓𝘰𝘵𝘶𝘴 𝘤𝘰𝘳𝘯𝘪𝘤𝘶𝘭𝘢𝘵𝘶𝘴)
  • Kleearten (𝘛𝘳𝘪𝘧𝘰𝘭𝘪𝘶𝘮 spp.)
  • Luzerne (𝘔𝘦𝘥𝘪𝘤𝘢𝘨𝘰 𝘴𝘢𝘵𝘪𝘷𝘢)

Diese besitzen oft sogenannte Hartschaligkeit.

Klee und Luzerne-Samen profitieren vor der Aussaat von Stratifizierung, um die Keimung zu vereinfachen.

Methoden der Skarifizierung

Mechanische Skarifizierung

👉 häufigste Methode im Hobbybereich

  • Samen leicht mit Schleifpapier anrauen
  • Samen vorsichtig einritzen
  • Samen zwischen Sand reiben

Thermische Skarifizierung

👉 Nachahmung natürlicher Temperaturwechsel

  • Samen mit warmem Wasser übergießen
  • danach quellen lassen

Natürliche Skarifizierung

👉 passiert in der Natur z. B. durch

  • Frostwechsel
  • Bodenbewegung
  • Mikroorganismen
  • Verdauung durch Tiere

Bedeutung für Schildkröten-Futterpflanzen

Skarifizierung kann:

✔ Keimrate deutlich erhöhen
✔ Keimdauer verkürzen
✔ gleichmäßigere Pflanzenbestände erzeugen

Gerade bei Leguminosen verbessert sie häufig den Erfolg der Aussaat.


Wichtig

Samen dürfen nur leicht beschädigt werden. Wird der Embryo verletzt, keimt der Samen nicht mehr.


Praxis-Faustregel

Wenn Samen:

👉 sehr hart
👉 glatt
👉 dickschalig

sind, lohnt sich Skarifizierung häufig.