Algenkalk für Schildkröten

Warum Algenkalk ideal für Schildkröten ist

Eine ausreichende Calciumversorgung ist für Schildkröten lebenswichtig. Sie bildet die Grundlage für einen stabilen Panzer, gesunde Knochen, einen funktionierenden Stoffwechsel sowie eine normale Muskel- und Nervenfunktion. Neben klassischen Kalziumquellen wie Sepiaschale kann auch Algenkalk als natürliche Ergänzung zur Mineralstoffversorgung angeboten werden.

Der Algenkalk von Lunderland wird sehr gerne gefressen.

Was ist Algenkalk?

Algenkalk ist ein natürliches Mineralprodukt aus den Ablagerungen fossiler Rotalgen, vor allem aus 𝘓𝘪𝘵𝘩𝘰𝘵𝘩𝘢𝘮𝘯𝘪𝘰𝘯 𝘤𝘢𝘭𝘤𝘢𝘳𝘦𝘶𝘮. Diese Algen nehmen während ihres Wachstums Mineralstoffe und Spurenelemente aus dem Meerwasser auf und speichern sie in ihrer Zellstruktur. Nach dem Absterben entstehen über lange Zeiträume mineralreiche Kalkablagerungen, die getrocknet und fein vermahlen werden.

Typische Zusammensetzung:

  • Calciumcarbonat: ca. 70–80 %
  • Magnesiumcarbonat: ca. 6–10 %
  • Spurenelemente wie Bor, Jod, Eisen, Zink und Selen

Algenkalk in der Schildkrötenhaltung

Für herbivore Schildkrötenarten ist ein kalziumreiches, phosphorarmes Futter entscheidend. Wildkräuter und geeignete Futterpflanzen, die im Gehege auf Kalkschotter wachsen, weisen in der Regel ein günstiges Mineralstoffprofil auf, dennochist es sinnvoll, zusätzliche Kalziumquellen anzubieten. Besonders viel Kalzium benötigen Jungtiere im Wachstum und eierlegende Weibchen.

Freie Kalziumaufnahme: Algenkalk und Sepia

In der Schildkrötenhaltung wird Algenkalk nicht unter das Futter gemischt oder dosiert, sondern gemeinsam mit Sepiaschale dauerhaft zur freien Verfügung angeboten. Die Tiere können so ihren individuellen Calciumbedarf selbst regulieren.

Diese Form der Bereitstellung hat mehrere Vorteile:

  • bedarfsgerechte Kalziumaufnahme durch das Tier
  • natürliche Unterstützung eines günstigen Calcium-Phosphor-Verhältnisses
  • Vermeidung von Überversorgungen durch Zwangszufuhr

Während Sepiaschale überwiegend reines Kalziumkarbonat liefert, enthält Algenkalk zusätzlich Magnesium und Spurenelemente. Die Kombination beider Kalziumquellen ermöglicht eine breiter aufgestellte Mineralstoffversorgung, die den natürlichen Bedingungen näherkommt.

Algenkalk sollte dabei:

  • trocken und sauber angeboten werden
  • in einer flachen Schale oder auf einem geeigneten Untergrund verfügbar sein
  • jederzeit frei zugänglich sein

Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis

Ein zentrales Kriterium in der Ernährung von Schildkröten ist das Kalzium-Phosphor-Verhältnis (Ca : P). Es sollte mindestens 2 : 1, besser 3 : 1 betragen. Phosphorreiche oder ungeeignete Futtermittel können die Kalziumaufnahme beeinträchtigen und langfristig zu Mangelerscheinungen führen. Kalziumquellen wie Sepia und Algenkalk tragen dazu bei, dieses Verhältnis auszugleichen. Wichtig zu wissen ist, dass das Kalzium nur mittels UV-Licht in den Körper eingelagert werden kann. Ansonsten kann es Knochen und Panzer nicht stärken, MBD und Rachitis entstehen.

Algenkalk sollte nur in der Qualität als Ergänzungsfuttermittel für Tiere verfüttert werden.

Fazit

Algenkalk ist ein hochwertiges Naturprodukt mit hohem Kalziumgehalt und wertvollen Spurenelementen. Gemeinsam mit Sepiaschale zur freien Verfügung angeboten, ergänzt er sinnvoll die Mineralstoffversorgung von Schildkröten. Grundlage jeder gesunden Haltung bleiben jedoch eine artgerechte, wildkräuterbasierte Ernährung, ausreichende UV-B-Versorgung und die Möglichkeit zur selbstbestimmten Mineralstoffaufnahme.

Jungtiere und eierlegende Weibchen benötigen besonders viel Kalzium.