
Die Ernte von Futterpflanzensamen für Europäische Landschildkröten im Spätsommer
In der Regel sollte im Spätsommer ein mäßiger Rückschnitt im Gehege der Europäischen Landschildkröten erfolgen, um natürliche Sonnenplätze zu schaffen. Vieles ist über die Sommermonate vertrocknet. Dabei kann man beispielsweise auch etwas neuen Kalkschotter einbringen, und es bietet sich die Gelegenheit, einige Futterpflanzen Samen abzuernten. Beim Rückschnitt sollte man beachten, dass er erst nach dem Abblühen der Pflanzen erfolgen sollte, und dass man nur einen Teil der Stauden zur Schaffung von Sonnenplätzen zurück schneidet, um Insekten, Vögeln und Kleintieren weiterhin Nahrung und Rückzugsorte bieten zu können.
Die Stauden sollte man nicht zu tief zurück schneiden, um sie vor Frost zu schützen. Verblühte Dolden beispielsweise bieten vielen Insekten einen sicheren Rückzugs- und Überwinterungsort. Insofern sollte man keinesfalls „Kahlschlag“ betreiben. Auch erntet man nur einen Bruchteil der Samen ab und läßt den Großteil über den Winter stehen. Was nicht von Vögeln gefressen wird, samt dann auf natürliche Art und Weise wieder im Gehege aus.
Samen heimischer Wildpflanzen richtig ernten und lagern
Viele heimische Wildpflanzen liefern wertvolle Samen, die sich leicht sammeln und aufbewahren lassen. Mit etwas Aufmerksamkeit beim richtigen Erntezeitpunkt und bei der Trocknung bleiben sie lange keimfähig und können im nächsten Jahr wieder ausgesät werden. Hier erfährst du, worauf du bei verschiedenen Pflanzenarten achten solltest.
Hibiskus
Hibiskussamen werden im Spätsommer bis Herbst geerntet. Reif sind sie, wenn sich die Samenkapseln braun verfärben, trocken wirken und sich leicht öffnen lassen. Die Kapseln werden vorsichtig von der Pflanze abgenommen und aufgebrochen. Anschließend entnimmt man die dunklen, festen Samen. Bis zur Aussaat im Frühjahr sollten sie kühl und trocken gelagert werden.
Wegwarte
Wegwartesamen werden im Spätsommer bis Herbst geerntet. Reif sind sie, wenn sich die Blüten- und Samenstände braun verfärbt haben, vollständig trocken sind und bei Berührung leicht zerfallen. Die Ernte sollte idealerweise an einem trockenen Tag erfolgen.
Zur Samengewinnung werden die ausladenden Samenstände abgeschnitten und an einem luftigen, geschützten Ort kopfüber nachgetrocknet. Sobald sie vollständig trocken sind, lassen sich die Samen leicht ausschütteln, zum Beispiel über einem Gefäß oder in einem Stoff- bzw. Kissenbezug.
Nach der Ernte sollten die Samen kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Eine Aussaat ist sowohl im Herbst als auch im Frühjahr möglich. Die Herbstaussaat führt häufig zu besonders kräftigen Pflanzen, während die Frühjahrsaussaat zwischen März und Mai erfolgt.
Die Wegwarte bevorzugt sonnige Standorte mit eher kargem, steinigem oder verdichtetem Boden. Da die Pflanze zweijährig ist, bildet sie im ersten Jahr eine Blattrosette und blüht erst im zweiten Jahr. Durch das gezielte Ernten der Samen lässt sich die Selbstaussaat gut kontrollieren, da sich die Wegwarte sonst stark im Garten ausbreiten kann.
Nachtkerze
Nachtkerzensamen werden von August bis November geerntet. Reif sind sie, wenn sich die länglichen Samenkapseln braun verfärben, trocken sind und sich bereits leicht öffnen. In diesem Stadium lassen sich die sehr kleinen, schwarzen Samen besonders gut gewinnen.
Zur Ernte werden die trockenen Stängel an einem regenfreien Tag abgeschnitten. Die Samenkapseln können anschließend über einer Schale oder einem flachen Behälter ausgeschüttelt werden. Alternativ lassen sich die abgeschnittenen Stängel kopfüber in einer Papiertüte oder an einem luftigen Ort aufhängen, damit nach und nach weitere Samen herausfallen.
Nach der Ernte werden die Samen durch Sieben von Pflanzenresten getrennt und anschließend gründlich nachgetrocknet. Für eine lange Haltbarkeit sollten Nachtkerzensamen kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Gut geeignet sind fest verschließbare, dunkle Behälter.
Die eiweiß- und ölreichen Samen besitzen einen mild-nussigen Geschmack und können beispielsweise als Topping für Müslis, Suppen oder Backwaren verwendet werden. Da Nachtkerzen zweijährig sind und sich häufig selbst aussäen, können einige Samenstände zur natürlichen Vermehrung an der Pflanze belassen werden.
Wilde Rauke (Rucola)
Die Samen der Wilden Rauke werden im Spätsommer geerntet. Dazu lässt man einige Pflanzen nach der Blüte stehen, bis sich längliche Schoten bilden. Reif sind die Samen, wenn die Hülsen braun, trocken und leicht brüchig werden.
Zur Ernte werden die kompletten Samenstände möglichst an einem trockenen Tag abgeschnitten. Anschließend können die Schoten auf einem Tuch oder in einer flachen Schale nachgetrocknet werden. Sobald sie vollständig trocken sind, lassen sich die kleinen, dunklen Samen durch vorsichtiges Ausschütteln oder durch Dreschen, beispielsweise in einem Stoffbeutel oder Kissenbezug, aus den Hülsen lösen.
Nach der Ernte sollten die Samen gründlich getrocknet und anschließend kühl sowie trocken gelagert werden, damit sie ihre Keimfähigkeit behalten.
Lässt man einige Pflanzen im Beet vollständig ausreifen, sorgt die Wilde Rauke häufig für eine zuverlässige Selbstaussaat im folgenden Jahr.
Löwenzahn
Beim Löwenzahn lassen sich die Samen etwa zehn Tage nach Beginn der Blüte sammeln. Die gelben Blüten verwandeln sich dann in die bekannten Pusteblumen. Sobald diese trocken und leicht bräunlich sind, werden die Samenstände abgeschnitten und in einem Papiersack nachgetrocknet. Durch vorsichtiges Schütteln oder Reiben lassen sich die Samen anschließend von den Flugschirmen lösen. Ideal ist die Ernte an trockenen Tagen kurz bevor der Wind die Samen verbreitet.
Wegerich (Spitzwegerich und Breitwegerich)
Wegerichsamen werden meist zwischen August und September geerntet. Reif sind sie, wenn sich die Samenstände braun verfärben und sich bei Berührung leicht öffnen. Die kleinen Samen besitzen einen angenehm nussigen Geschmack und gelten als heimische Alternative zu Flohsamen.
Zur Ernte kann man die Samenstände entweder direkt abstreifen oder vollständig abschneiden. Abgeschnittene Stängel lassen sich gut an einem trockenen Ort nachreifen. Danach werden die Wegerich Samen durch Reiben oder Schütteln aus den Hülsen gelöst. Wichtig ist eine gründliche Trocknung vor der Lagerung.
Malve
Malven bilden charakteristische, scheibenförmige Samenkapseln, die optisch an kleine Käselaibe erinnern. Diese werden im Spätsommer bis Herbst geerntet, sobald sie vollständig vertrocknet sind.
Die trockenen Samenstände werden von der Pflanze gepflückt. Falls sie noch leicht feucht sind, können die Stängel nach dem Abschneiden an einem luftigen Ort nachtrocknen. Anschließend lassen sich die Samen leicht aus den Kapseln lösen. Vor der Lagerung sollten sie gut durchtrocknen und anschließend in beschrifteten Papiertüten kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden.
Gänsedistel (Sonchus-Arten)
Die Samen der Gänsedistel ähneln denen des Löwenzahns. Nach dem Verblühen entstehen flaumige Samenstände mit flugfähigen Fallschirmen. Sobald diese trocken und silbrig wirken, können sie geerntet werden.
Die Samenstände werden entweder vorsichtig abgestreift oder mit einer Schere abgeschnitten. Um Verluste zu vermeiden, hält man am besten einen Sammelbehälter darunter. Nach dem Trocknen werden die Samen von den Flughaaren getrennt. Reife Samen sind dunkel gefärbt, hart und sollten trocken sowie lichtgeschützt gelagert werden.
Franzosenkraut (Knopfkraut, Galinsoga)
Das Franzosenkraut produziert besonders viele Samen und breitet sich sehr schnell aus. Bereits wenige Wochen nach der Keimung beginnt die Samenbildung. Die Ernte erfolgt meist im Spätsommer oder Frühherbst, sobald sich die Blütenkörbchen braun verfärben.
Da die Samen leicht ausfallen, sollten trockene Blütenstände vorsichtig über einem Gefäß abgeschnitten werden. Alternativ kann die gesamte Pflanze kopfüber aufgehängt werden, sodass die Samen in ein darunter liegendes Tuch fallen. Nach dem Trocknen werden Pflanzenteile durch Sieben entfernt.
Die Samen bleiben sehr lange keimfähig und können im Boden bis zu 20 Jahre lang überdauern. Wer eine unkontrollierte Ausbreitung verhindern möchte, sollte die Pflanzen daher rechtzeitig abernten.
Allgemeine Tipps zur Samenlagerung
Unabhängig von der Pflanzenart gilt:
- Samen immer vollständig trocknen lassen
- Kühl, dunkel und trocken lagern
- Papiertüten oder luftdurchlässige Behälter verwenden
- Gefäße beschriften, um Verwechslungen zu vermeiden
So bleiben die Samen lange haltbar und können im nächsten Frühjahr erfolgreich ausgesät werden.









Futterpflanzen-Samen wachsen problemlos und schnell direkt auf dem Kalkschotter. Auch kann man zusätzlich durch ein zweimaliges Düngen im Jahr mit Dolomitkalk den Boden abmagern und die Futterpflanzen gut mit Kalzium versorgen. Extern gezogene Futterpflanzen, zum Beispiel in Beeten, Gewächshäusern und Hochbeeten, sollten ebenfalls reichlich mit Dolomitkalk versorgt werden. Mehr erfährt man hier: