
Franzosenkraut (Galinsoga parviflora) als Futterpflanze für Landschildkröten
Franzosenkraut, auch Kleinblütiges Knopfkraut (Galinsoga parviflora), ist eine einjährige Wildpflanze, die im Garten häufig als „Unkraut“ gilt. Für Landschildkröten stellt sie jedoch eine ungiftige und gut verwertbare Futterpflanze dar. Besonders als saisonale Ergänzung im naturnahen Futterangebot kann sie sinnvoll eingesetzt werden.
Ist Franzosenkraut für Landschildkröten geeignet?
Ja. Die Blätter und jungen Triebe sind essbar, ungiftig und werden von vielen Landschildkröten gut angenommen. Als typische Wildpflanze passt Franzosenkraut in eine rohfaserreiche, strukturbetonte Ernährung. Es sollte – wie alle ergänzenden Futterpflanzen – Teil eines vielfältigen Wildkräuterangebotes sein und nicht als Hauptfutter dienen.
Standort und Bodenansprüche von Galinsoga parviflora
Franzosenkraut wächst aufrecht und erreicht eine Höhe von etwa 20 bis 40 cm. Es bevorzugt sonnige Standorte sowie lockere, sandig-lehmige, humusreiche Böden mit schwach saurem bis neutralem pH-Wert. Frische bis mäßig feuchte Bedingungen sind ideal.
Kalkhaltige Substrate werden schlecht vertragen, da die Pflanze kalkempfindlich ist.
Warum Franzosenkraut auf Kalkschotter im Gehege schlecht wächst
In Schildkrötengehegen mit kalkhaltiger Schotterschicht findet Franzosenkraut meist keine geeigneten Bedingungen. Aufgrund der Kalkempfindlichkeit keimt es dort nur eingeschränkt und kann sich selten dauerhaft etablieren.
Deutlich bessere Voraussetzungen bietet ein Wiesenbereich mit natürlichem Mutterboden oder ein angrenzender Gartenbereich mit humosem Boden. Dort kann sich die Pflanze durch Selbstaussaat zuverlässig halten und bei Bedarf gezielt für die Fütterung geerntet werden.
Futterwert und Nährstoffe für Landschildkröten
Franzosenkraut enthält unter anderem Eisen, Vitamin A und C sowie Kalzium und Magnesium. Für Landschildkröten ist es vor allem als strukturreiche Wildpflanze interessant, die das natürliche Nahrungsspektrum erweitert.
Die elliptischen, gezähnten Blätter und jungen Triebe werden in der Regel gut gefressen. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober, wodurch die Pflanze über mehrere Monate verfügbar sein kann.
Essbare Arten: Galinsoga parviflora und Galinsoga ciliata
Neben dem Kleinblütigen Franzosenkraut (Galinsoga parviflora) kommt auch das Behaarte Knopfkraut (Galinsoga ciliata) vor. Beide Arten sind essbar, ungiftig und wachsen bevorzugt auf lockeren, humosen Böden.
Aussaat und Pflege von Franzosenkraut
Franzosenkraut wird am besten von Mai bis Juni direkt ins Freiland gesät, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Als Lichtkeimer, als auch Wärmekeimer (optimale Keimtemperatur etwa 20 °C) sollten die Samen nur leicht angedrückt und nicht mit Erde bedeckt werden. Die Keimung erfolgt meist rasch.
Die Aussaat im Minigewächshaus auf der Fensterbank ist ebenfalls erfolgversprechend.
Ideal sind sonnige bis halbschattige Standorte mit nährstoffreichen, frischen bis mäßig feuchten, kalkarmen Böden.
Da Franzosenkraut ein ausgeprägter Selbstaussäer ist, verbreitet es sich schnell. Wer eine unkontrollierte Ausbreitung vermeiden möchte, sollte die Pflanzen vor der Samenreife ernten. Die Samen können im Boden über viele Jahre – teils mehr als zehn Jahre – keimfähig bleiben.
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis in den Oktober hinein. Die kleinen, unscheinbaren Blütenkörbchen erscheinen weiß mit gelber Mitte und stehen in lockeren Dolden oder Trauben. Durch seine ausgeprägte Selbstaussaat kann sich das Franzosenkraut über die Vegetationsperiode hinweg immer wieder neu ansiedeln.

Fazit: Sinnvolle Wildpflanze im naturnahen Schildkrötengehege
Franzosenkraut ist eine pflegeleichte, sich selbst aussäende Wildpflanze und eine geeignete Ergänzung im Speiseplan europäischer Landschildkröten. Besonders außerhalb kalkreicher Gehegestrukturen lässt es sich unkompliziert etablieren.
Wer Wert auf naturnahe Fütterung legt, sollte Franzosenkraut nicht als lästiges Unkraut entfernen, sondern gezielt nutzen.
Heilwirkung und traditionelle Nutzung
In der Volksheilkunde wird Franzosenkraut als leicht entzündungshemmend, stoffwechselanregend und verdauungsfördernd beschrieben. Äußerlich fand es traditionell Anwendung bei kleineren Hautproblemen.
Die medizinische Nutzung beruht jedoch überwiegend auf volksheilkundlicher Erfahrung; wissenschaftliche Untersuchungen sind bislang begrenzt.