Malven als Futterpflanzen für Landschildkröten

Malven (Gattung Malva) gehören zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und sind in Eurasien sowie Nordafrika weit verbreitet. Mit ihren weichen Blättern, auffälligen Blüten und ihrer hohen Anpassungsfähigkeit zählen sie zu den klassischen, bewährten Futterpflanzen in der naturnahen Haltung von Landschildkröten.

Viele heimische Arten wie die Wilde Malve (Malva sylvestris) oder die Weg-Malve (Malva neglecta) wachsen auch bei uns problemlos im Garten, im Gehege oder sogar als „Beikraut“ an Wegen und Böschungen.


Warum sind Malven für Landschildkröten geeignet?

Malven sind:

  • ungiftig
  • rohfaserreich
  • schleimstoffhaltig
  • gut verdaulich
  • sowohl frisch als auch getrocknet (z. B. im Kräuterheu) nutzbar

Besonders ihre Schleimstoffe wirken reizlindernd auf den Verdauungstrakt und machen Malven zu einer sehr gut verträglichen Futterpflanze – auch für empfindlichere Tiere.

Welche Pflanzenteile werden gefressen?

  • Blätter
    Die handförmig gelappten, weichen Blätter werden von Landschildkröten sehr gerne gefressen. Sie eignen sich hervorragend als Bestandteil der täglichen Wildkräuterfütterung.
  • Blüten
    Die meist violetten, manchmal auch rosa oder weißen Blüten sind nicht nur optisch attraktiv, sondern auch ein beliebtes, natürliches Extra. Sie können frisch oder getrocknet angeboten werden.
  • Stängel (jung)
    Junge, noch zarte Stängelteile werden gelegentlich mitgefressen und liefern zusätzliche Rohfaser.

Verschiedene Malven lassen sich leicht aus Saatgut anziehen und sind farbenfroh und für unsere Schildkröten schmackhaft.

Standort & Anbau im Gehege

Malven sind pflegeleicht und anspruchslos:

  • sonnige bis halbschattige Standorte
  • lockere, eher nährstoffarme Böden
  • sehr gut für Naturgärten und mit Kalkschotter angelegte Schildkrötengehege
  • ein- bis mehrjährig, teilweise kurzlebig ausdauernd
  • oft selbstaussäend

Dadurch eignen sie sich ideal für extensiv gepflegte Gehege, in denen sich eine vielfältige, naturnahe Vegetation entwickeln soll.


Ökologischer Mehrwert

Neben ihrem Futterwert bieten Malven weitere Vorteile:

Die Blütezeit der Malve ist lang und erstreckt sich meist von Juni bis Oktober, wobei je nach Art und Sorte auch schon im Mai oder bis in den November hinein geblüht werden kann. Sie ist eine wichtige Spätsommerblüte für Bienen und andere Insekten und gilt als Dauerblüher, der reichlich Nektar liefert.

  • Wilde Malve: (Malva sylvestris): Blüht intensiv von Juni bis Oktober.
  • Stauden-Malven (Malva zebrina): Blütezeit Juni bis September.
  • Buschmalven: (Lavatera-Hybriden): Blühen von Juni bis in den späten Herbst. Durch die lange Blütezeit zählt die Buschmalve zu den so genannten Dauerblühern. Das übrigens völlig zu Recht, da ihr Blütenflor bereits Anfang Juni beginnt und noch über die ersten Nachtfröste hinausgeht. In milderen Jahren kann es sogar sein, dass Sie Ihre Buschmalve Weihnachten noch mit ihren Blüten erfreut.
  • Moschusmalve: (Malva moschata): Blütezeit Juni bis Oktober.
  • bienen- und insektenfreundlich
  • lange Blütezeit
  • wertvolle heimische Wildpflanzen
  • tragen zur Biodiversität im Gehege bei

Fazit

Malven sind hervorragende Futterpflanzen für Landschildkröten: gut verträglich, vielseitig nutzbar und einfach zu kultivieren. Blätter und Blüten eignen sich für die regelmäßige Fütterung und als Bestandteil von Kräuterheu.

Malven sind bienen- und insektenfreundliche Pflanzen, deren offene Blüten zahlreichen Bestäubern über einen langen Zeitraum hinweg Nahrung bieten. Durch ihre lange Blütezeit sind sie besonders wertvoll für Wildbienen, Hummeln und andere Insekten.

Als heimische Wildpflanzen fügen sie sich ideal in naturnahe Gehegekonzepte ein und unterstützen ein stabiles, natürliches Mikroklima.

Gleichzeitig tragen Malven aktiv zur Biodiversität im Gehege bei, indem sie Lebensraum, Nahrungsquellen und ökologische Vielfalt fördern. Gleichzeitig werten Malven das Gehege ökologisch und optisch auf – ein echtes Must-have für naturnahe Haltung. 🌿🐢

👉 Tipp: Besonders die Wilde Malve lässt sich problemlos im Gehege ansiedeln und kommt Jahr für Jahr durch Selbstaussaat zuverlässig wieder.

Botanische Illustration einer Malve.