Ganz einfach gesagt: Kräuterheu besteht aus getrockneten Wildkräutern, die individuell – abgestimmt auf die Vorlieben und Bedürfnisse der Tiere – zusammengestellt werden. Es eignet sich besonders gut für überwiegend herbivore Arten wie Europäische Landschildkröten, Steppenschildkröten und Afrikanische Landschildkröten.
Je nach gesundheitlicher Situation können gezielt bestimmte Pflanzen eingesetzt werden. Brennnessel wird beispielsweise häufig bei erhöhten Harnsäurewerten empfohlen. Mariendistel kann begleitend zu einer tierärztlichen Therapie bei Leberproblemen unterstützend wirken. Ergänzt wird die Mischung durch bewährte Wildkräuter wie Wegerich, Löwenzahn, Wegwarte, Taubnessel, Gänsedistel, Kamille und Disteln. Auch Blätter von Maulbeerbaum, Weide oder Kirschbaum sind eine wertvolle Ergänzung.
Als kleines Highlight dürfen gelegentlich Blüten, etwa von der Hundsrose oder Hibiskus, untergemischt werden.
Die Herstellung ist unkompliziert: An einem warmen, trockenen Tag werden die gesammelten Kräuter auf einer sauberen, gut gefegten Terrasse ausgebreitet und vollständig getrocknet. Zur Mittagszeit sollte das Material einmal gewendet werden, damit alles gleichmäßig durchtrocknet. Anschließend wird das Kräuterheu luftig und trocken – zum Beispiel in einem Kopfkissenbezug oder Stoffbeuteln – gelagert. So hält es sich problemlos bis in den Hochsommer.
In den besonders heißen Monaten Juli und August empfiehlt es sich, überwiegend Kräuterheu und Agrobs Testudo zuzufüttern. Dabei handelt es sich um Heucobs, die vor der Fütterung in Wasser eingeweicht werden.
Warum das sinnvoll ist? In semiariden und ariden Lebensräumen ist während der heißen Trockenzeit ein Großteil der Vegetation vertrocknet. Mit Kräuterheu versuchen wir, diese natürlichen Bedingungen auch in der heimischen Haltung möglichst realistisch nachzuahmen. Der Verdauungstrakt von Landschildkröten ist optimal auf langfaserige, rohfaserreiche und ballaststoffreiche Nahrung ausgelegt – genau das liefert gut zusammengestelltes Kräuterheu