Warum UV-B im Frühbeet Europäischer Landschildkröten sinnvoll ist

Die Verwendung von UV-B im Frühbeet oder Gewächshaus ist zwar noch nicht weit verbreitet, aber durchaus empfehlenswert. In unseren Breiten Mittel- und Nordeuropas sind die Temperaturen naturgemäß deutlich niedriger als im natürlichen Habitat der Europäischen Landschildkröten. Hinzu kommen eine wesentlich geringere Strahlungsstärke der Sonne, deutlich weniger Sonnenstunden sowie mehr Niederschlag.
Ein Ausgleich der fehlenden UV-B-Strahlung und eine Verlängerung der täglichen Sonnenstunden auf das Niveau des Habitats sind daher sinnvoll – selbstverständlich immer in Kombination mit einer Heizung, idealerweise einer Gewächshausheizung. Zusätzlich kann man die Lichtqualität durch Reptilien-LEDs erhöhen, die zur Grundbeleuchtung im Frühbeet eingesetzt werden.
UV-Lampen-Typen für Landschildkröten
Zwei unterschiedliche Arten von UV-Spots
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von UV-Lampen zur Versorgung von Schildkröten mit UV-Strahlung.
Selbstballastierte UV-Lampen
Bei der ersten Variante handelt es sich um eine selbstballastierte UV-Lampe. Das bedeutet, dass das Vorschaltgerät bereits in der Lampe integriert ist. Diese Lampen können daher ohne externes Vorschaltgerät in gängigen Lampenfassungen betrieben werden.
Die UV-Leistung selbstballastierter UV-Lampen beträgt jedoch nur etwa ein Fünftel der Leistung von UV-Lampen mit externem Vorschaltgerät.
UV-Lampen mit externem Vorschaltgerät
Die zweite Variante sind UV-Lampen mit externem Vorschaltgerät, die zur UV-Versorgung von Landschildkröten im Frühbeet eingesetzt werden. Diese Lampen verfügen über einen etwa fünfmal höheren UV-Output im Vergleich zu selbstballastierten UV-Lampen. Daher sollte man bei der Nutzung dieser leistungsstarken Lampen über ein UV-Messgerät „Solarmeter“ verfügen, um die Lampe auf die richtige Höhe zu bringen und die Strahlung überprüfen zu können.
Installation und wichtige Grundlagen
Bei der Installation von UV-B-Lampen müssen unbedingt die vom Hersteller angegebenen Mindestabstände eingehalten werden. Ebenso ist die Temperatur auf Panzerhöhe des größten Tieres zu berücksichtigen. Diese sollte bei adulten Tieren etwa 35 ° C betragen, bei Schlüpflingen sowie bei in Terrarien gehaltenen Tieren etwa 35 Grad Celsius.
Temperaturgradienten beachten
Sowohl im Terrarium als auch im Frühbeet ist darauf zu achten, dass verschiedene Temperaturzonen vorhanden sind. Die Tiere müssen jederzeit die Möglichkeit haben, kühlere, feuchte und dunkle Rückzugsorte aufzusuchen, beispielsweise unter Versteckpflanzen oder in Höhlen.

Steuerung der Strahlungsintensität
Durch die Auswahl unterschiedlicher Wattstärken und eine Anpassung der Anbringungshöhe lässt sich die Intensität der UV-B-Bestrahlung gezielt steuern.
Dabei ist zu beachten, dass die erforderlichen elektronischen Vorschaltgeräte (EVG) empfindlich gegenüber Feuchtigkeit sind. Sie sollten idealerweise in einer sogenannten Dribox mit einem Luftentfeuchter-Kissen außerhalb des Frühbeets oder Gewächshauses untergebracht werden, gemeinsam mit der übrigen Steuerungstechnik.
Schaltung und Laufzeiten von UV-B-Lampen
UV-B-Lampen dürfen nicht temperaturgesteuert geschaltet werden, sondern ausschließlich über eine Zeitschaltuhr. Ihre Schaltzyklen sind begrenzt, und eine temperaturabhängige Steuerung würde die Lebensdauer der Lampen erheblich verkürzen.
Die Dauer der Besonnung orientiert sich an der Sonnenscheindauer im natürlichen Habitat. Hierfür empfiehlt es sich, Wetterdaten des Ursprungsgebietes heranzuziehen, beispielsweise über entsprechende Apps, und diese zusätzlich mit Klimatabellen abzugleichen. Die BIAZA empfiehlt 14 Sonnenstunden für Europäische Landschildkröten.
Orientierung an natürlichen Herkunftsregionen
Sind die exakten Ursprungshabitate nicht bekannt, kann man sich an folgenden Regionen orientieren:
- Testudo hermanni hermanni: Mallorca, Korsika
- Testudo hermanni boettgeri: Thessaloniki, Korfu
- Testudo marginata: Athen, Sardinien
- Testudo graeca ibera: Adana, Belek