Eine mediterrane Versteckpflanze für Europäische Landschildkröten

Lavendel – Heilpflanze mit langer Tradition
Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein duftender Halbstrauch, der seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt wird. Schon im Mittelalter spielte Lavendel eine wichtige Rolle in der Klostermedizin. Bis heute werden seine violetten Blüten in der Naturheilkunde vielseitig eingesetzt.
Wirkung & Inhaltsstoffe
Lavendel wirkt beruhigend, angstlösend, krampflösend, entzündungshemmend und antibakteriell. Verantwortlich dafür ist vor allem das ätherische Öl mit den Hauptbestandteilen Linalool und Linalylacetat, ergänzt durch Gerbstoffe, Flavonoide und Cumarine. Diese Kombination macht Lavendel zu einer bewährten Pflanze bei Stress, innerer Unruhe und Verspannungen.
Anwendung als Heilpflanze
- Tee: Ein Aufguss aus Lavendelblüten hilft bei Nervosität, Einschlafstörungen, Verdauungsproblemen und innerer Unruhe.
- Öl & Salben: Äußerlich angewendet lindert Lavendelöl Spannungskopfschmerzen, Muskelverspannungen und leichte Hautreizungen.
- Duft: Getrocknete Blüten oder wenige Tropfen Öl wirken entspannend, fördern den Schlaf und vertreiben Motten sowie Mücken.
Schon intensives Einatmen des Lavendelduftes kann Stress reduzieren, da er den Kortisolspiegel im Körper senkt. Lavendel wird daher auch bei nervöser Erschöpfung und Angstzuständen eingesetzt.
Wichtig zu wissen
Für Heilzwecke sollte ausschließlich Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) verwendet werden. Andere Arten, etwa der Schopflavendel, besitzen deutlich weniger Wirkstoffe oder können sogar unverträglich sein.
Weitere Verwendung
- Bäder: Lavendelbäder wirken entspannend und schlaffördernd.
- Kosmetik: Lavendelwasser oder Lavendelöl pflegen unreine Haut und wirken erfrischend.
- Küche: Sparsam verwendet ist Lavendel Bestandteil der Kräuter der Provence und eignet sich für Desserts, Gelees oder Essig.

Pflege & Ernte
Lavendel liebt sonnige, warme und trockene Standorte mit durchlässigem, kalkhaltigem Boden. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.
Nach der Blüte wird die Pflanze kräftig zurückgeschnitten, um Verholzung vorzubeugen. Die Blüten erntet man im Sommer, kurz bevor sie vollständig aufblühen – dann ist ihr Wirkstoffgehalt am höchsten.
Lavendel im Gehege
Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) ist für Schildkrötengehege besonders gut geeignet, da er kalkliebend, hitzetolerant und trockenheitsverträglich ist. Genau diese Eigenschaften entsprechen den Bedingungen vieler naturnah gestalteter Freilandgehege. Anfangs pflanzt man 3 Pflanzen in einem Dreieck, sodass schnell ein größerer, dichter Busch entsteht, und direkt eine Versteckmöglichkeit gegeben ist. Schopflavendel hingegen ist nicht frosthart.
Lavendel kommt mit mageren, steinigen und gut drainierten Böden gut zurecht und verträgt auch längere Hitzeperioden problemlos. Staunässe hingegen sollte vermieden werden. Durch seinen kompakten Wuchs bietet er Struktur, leichte Beschattung und geschützte Ruheplätze, ohne das Gehege zu stark zu beschatten.
💡 Besonderer Hinweis:
Die beruhigenden und antibakteriellen Eigenschaften des Lavendels kommen auch Schildkröten zugute, die unter Lavendelpflanzen ruhen – insbesondere durch den Duft und das ausgeglichene Mikroklima im Wurzelbereich. Zusätzlich wirken Duft und Inhaltsstoffe abschreckend auf blutsaugende Insekten, ein weiterer Pluspunkt für unsere Schildkröten, die sich gerne unter oder zwischen Lavendelpflanzen aufhalten.