Kulturelle Schildkröten-Exkursion 4

Eine der Schildkröten am Turmhaus an der Marchbrücke in Berlin Charlottenburg.

Auf den Spuren der Schildkröten mit Elke Wallrapp

4.) Das Turmhaus an der Marchbrücke

Die nächste Schildkröte führt uns nach Berlin Charlottenburg zur Marchbrücke.

Sie führt über den Landwehrkanal und verbindet die Marchstraße mit der Franklinstraße.

Die Tier-Ornamente am Turmhaus der Marchbrücke sind gut erhalten.

Aus der einstigen Holzbrücke, die Ernst March (1798-1847) errichten ließ, wurde 1912 eine Steinbrücke -gebaut von den Architekten August Bretschneider und Heinrich Seeling.

Eine weitere Schildkröten-Darstellung am Turmhaus, das am nördlichen Ufer zu finden ist.

Benannt ist sie nach Ernst March, dem Begründer der Marcher Tonwarenfabrik, die am südlichen Ufer des Landwehrkanals lag.

An der Ecke Marchbrücke/Salzufer befindet sich ein kleines, aus Stein gefertigtes Turmhaus, welches mit wunderschönen Ornamenten und Tierplastiken verziert ist.

Unter anderem sehen wir dort eine kleine, hübsche Schildkröte, die sich an jeder Ecke des Turmhauses wiederfindet.

Bauzeitliche Sandstein-Reliefs (um 1911) schmücken das Turmhaus der Brücke.

Die Marchbrücke wurde im Krieg stark beschädigt und 1947 wieder hergestellt.

Heute steht sie unter Denkmalschutz!

Alle Rechte an Text und Bildern: Elke Wallrapp 2014


Zur Marchbrücke

Die Geschichte der Marchbrücke begann 1840 mit einer hölzernen Klappbrücke, die auf Ernst March zurückgeht. Nach einem größeren hölzernen Interimsbau (1890) wurde zwischen 1911 und 1912 der heutige Massivbau errichtet. Die Marchbrücke verbindet die Marchstraße mit der Franklinstraße (Salzufer/Einsteinufer).
Ihre Ansichtsflächen und Balustraden sind mit aufwendigen Terrakotta-Reliefs der renommierten Tonwarenfabrik Ernst March & Söhne geschmückt. Diese im späten 19. Jahrhundert gefertigten Ornamente sind herausragende Beispiele Berliner Terrakotta-Kunst. Die Fabrik prägte das Stadtbild maßgeblich und lieferte Fassadenschmuck für prominente Bauten wie den Martin-Gropius-Bau oder die Friedrichswerdersche Kirche.

Mit einer Spannweite von 27 Metern wölbt sich der mittlere der drei Bögen über den Landwehrkanal. Obwohl die Brücke einst weitaus üppiger dekoriert war, sind zwei historische Details erhalten geblieben: Ein Portal aus Sandstein auf der Südwestseite und ein kunstvoll verziertes Turmhaus an der nordöstlichen Seite.

  • Weinland, Martina: Wasserbrücken in Berlin : zur Geschichte ihres Dekors, Berlin, 1994, S. 179.
  • Wirth, Irmgard: Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, Charlottenburg , Berlin, 1961, S. 529.
  • Berliner Architekturwelt, 15.1913, Berlin, 1913, S. 499-501
  • https://structurae.net/de/bauwerke/marchbruecke