Schildkröten: Taxonomie und Bedrohung

Globale Analyse zeigt zunehmende Gefährdung und dynamische Taxonomie bei Schildkröten

Schildkröten gehören zu den am stärksten bedrohten Wirbeltiergruppen weltweit.

Schildkröten (Testudines) zählen zu den evolutionär ältesten heute lebenden Wirbeltiergruppen. Eine aktuelle, umfassende Analyse der globalen Diversität und ihres Erhaltungszustands liefert nun eine differenzierte und zugleich besorgniserregende Momentaufnahme.

Die Annotated Checklist of Taxonomy, Synonymy, Distribution with Maps, and Conservation Status, ‘Turtles of the World’, pp. 1–575., herausgegeben von der Turtle Taxonomy Working Group (Rhodin et al.) und veröffentlicht in den Chelonian Research Monographs, ist das international anerkannte Standardwerk zur Taxonomie der Schildkröten.

Aktueller Stand der Diversität

Die derzeit anerkannte Vielfalt umfasst laut Rhodin et al. derzeit 364 valide Arten sowie 129 Unterarten, was insgesamt nahezu 500 Taxa entspricht. Dies ist der Stand von 2024/2025.

Der moderate Anstieg gegenüber früheren Erhebungen ist primär auf taxonomische Revisionen zurückzuführen, insbesondere auf Neubewertungen bestehender Populationen im Zuge molekulargenetischer und morphologischer Studien.

Diese Entwicklung verdeutlicht, dass die Taxonomie der Schildkröten weiterhin dynamisch ist, auch wenn die Autoren bewusst einen konservativeren Ansatz verfolgen, um taxonomische Stabilität zu gewährleisten.


𝐖𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧 𝐓𝐚𝐱𝐨𝐧 ?
Ein Taxon (Plural: Taxa) ist in der Biologie eine systematische Einheit, in der Lebewesen anhand gemeinsamer Merkmale und ihrer evolutionären Verwandtschaft zusammengefasst werden. Ein Taxon kann unterschiedliche Rangstufen umfassen etwa eine Art, Gattung, Familie oder Ordnung.
Alle heute lebenden Schildkröten gehören zur Ordnung 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘦𝘴 innerhalb der Klasse der Reptilien (𝘙𝘦𝘱𝘵𝘪𝘭𝘪𝘢). Die Ordnung wird heute meist als 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘦𝘴 bezeichnet. Teilweise findet sich historisch auch 𝘊𝘩𝘦𝘭𝘰𝘯𝘪𝘢, aber 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘦𝘴 ist der moderne Standard.
Innerhalb der Ordnung 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘦𝘴 werden Schildkröten in zwei große evolutionäre Hauptlinien beziehungsweise Unterordnungen unterteilt:
• 𝘊𝘳𝘺𝘱𝘵𝘰𝘥𝘪𝘳𝘢
Die Halsberger-Schildkröten ziehen Kopf und Hals S-förmig nach hinten in den Panzer ein.
• 𝘗𝘭𝘦𝘶𝘳𝘰𝘥𝘪𝘳𝘢
Die Halswender-Schildkröten legen den Hals seitlich unter den Panzerrand.
Weitere wichtige Taxa sind Familien wie:
• 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘪𝘥𝘢𝘦 – Landschildkröten
• 𝘊𝘩𝘦𝘭𝘰𝘯𝘪𝘪𝘥𝘢𝘦 – Echte Meeresschildkröten
Ein nominotypisches Taxon bezeichnet die Unterart, die denselben Namen wie die Art trägt, etwa 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘰 𝘩𝘦𝘳𝘮𝘢𝘯𝘯𝘪 𝘩𝘦𝘳𝘮𝘢𝘯𝘯𝘪 als Nominatform von 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘰 𝘩𝘦𝘳𝘮𝘢𝘯𝘯𝘪. Als Nominatform trägt diese Unterart denselben Namen wie die übergeordnete Art. Dies geschieht automatisch bei der ersten wissenschaftlichen Beschreibung der Art.
Was ist eigentlich Taxonomie?
Taxonomie ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Benennung, Beschreibung und Einordnung von Lebewesen beschäftigt. Sie legt fest, welche Arten es gibt, wie sie voneinander abgegrenzt werden und in welchem Verwandtschaftsverhältnis sie stehen.
Grundlage der Taxonomie sind heute vor allem morphologische Merkmale sowie genetische Analysen. Auf dieser Basis werden Organismen in ein hierarchisches System eingeordnet, zum Beispiel in Art, Gattung oder Familie.
Taxonomie ist kein starres System. Neue Forschungsergebnisse führen immer wieder zu Veränderungen. Arten werden neu beschrieben, zusammengelegt oder aufgeteilt. Gerade bei Schildkröten zeigt sich, wie dynamisch dieser Prozess ist.
Für den Naturschutz ist Taxonomie von zentraler Bedeutung. Nur wenn klar definiert ist, welche Arten existieren, lassen sich ihre Gefährdung korrekt einschätzen und gezielte Schutzmaßnahmen entwickeln.


Historische und rezente Verluste

Seit Beginn der Neuzeit (ab 1500) sind je nach taxonomischer Auffassung mindestens zehn Taxa ausgestorben. Darüber hinaus belegen paläoökologische Daten den Verlust von mindestens zwanzig weiteren Taxa im Holozän. Diese Zahlen unterstreichen, dass das Artensterben bei Schildkröten nicht ausschließlich ein modernes Phänomen ist, sondern eine langfristige Entwicklung darstellt, die sich jedoch in jüngerer Zeit deutlich beschleunigt hat.

Gefährdungslage auf globaler Ebene

Besonders signifikant ist der Anteil bedrohter Arten. Aktuell gelten über 53 Prozent der Arten als gefährdet (Kategorien CR, EN, VU). Unter Einbeziehung von Arten mit unzureichender Datenlage liegt die geschätzte Gesamtgefährdung sogar bei etwa 58,5 Prozent.

Damit gehören Schildkröten zu den am stärksten bedrohten Wirbeltiergruppen weltweit.

Die wesentlichen Gefährdungsfaktoren umfassen:

  • Habitatverlust und -fragmentierung
  • Übernutzung durch Jagd und internationalen Handel
  • anthropogene Umweltveränderungen einschließlich Klimawandel

Im Vergleich zu früheren Bewertungen zeigt sich zudem ein klarer negativer Trend, da der Anteil bedrohter Arten weiter zunimmt. Habitatverlust gilt heute neben Wildfang und illegalem Handel als einer der wichtigsten Gefährdungsfaktoren für Schildkröten.

Vielfalt, Evolution und Bedrohung der Schildkröten. Dargestellt sind verschiedene Schildkrötengruppen und ihre Lebensräume sowie zentrale Gefährdungsfaktoren und Schutzmaßnahmen im internationalen Artenschutz.

Bedeutung der Taxonomie für den Artenschutz

Ein zentrales Ergebnis der Analyse ist die herausragende Rolle einer stabilen und evidenzbasierten Taxonomie für den Naturschutz. Nur auf Grundlage klar definierter Taxa lassen sich populationsbezogene Risiken korrekt bewerten und effektive Schutzmaßnahmen entwickeln.

Die Autoren der betrachteten, unten angegebenen wissenschaftliche Monographie, berücksichtigen alternative taxonomische Konzepte, priorisieren jedoch Ansätze, die durch robuste Daten gestützt sind. Dies dient insbesondere der internationalen Vergleichbarkeit von Biodiversitätsdaten und Schutzstrategien.

Funktion als Referenzwerk

Die vorliegende Arbeit geht über eine reine Artenliste hinaus. Sie integriert:

  • taxonomische und nomenklatorische Informationen
  • Synonymie historischer Bezeichnungen
  • detaillierte Verbreitungsdaten
  • Angaben zur maximalen Körpergröße
  • internationale Schutzstatus (IUCN, CITES, ESA)

Damit stellt sie eine zentrale Grundlage für Forschung, Monitoring und naturschutzfachliche Entscheidungsprozesse dar.

Fazit

Das taxonomische Referenzwerk von Rodin und seiner Arbeitsgruppe macht deutlich, dass Schildkröten trotz ihrer langen evolutionären Geschichte heute vor erheblichen Herausforderungen stehen. Der hohe Anteil bedrohter Arten sowie die weiterhin zunehmende Gefährdung unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf im internationalen Artenschutz.

Gleichzeitig liefert es eine unverzichtbare wissenschaftliche Basis, um Schutzmaßnahmen gezielt und evidenzbasiert weiterzuentwickeln.

Wichtige Fakten zum Stand der Taxonomie (Stand 2024/2025):

  • Aktualität: Die Liste wird regelmäßig aktualisiert (oft als „Checklist v7“, „v8“ usw.), um molekulargenetische und morphologische Neubewertungen zu berücksichtigen.
  • Artenzahl: Die Checklist umfasst derzeit rund 364 valide Arten sowie 129 Unterarten, was insgesamt nahezu 500 Taxa entspricht.
  • Fokus: Das Werk dient als zentrale Referenz für die IUCN Red List und CITES, indem es Synonyme, Verbreitungsdaten und den Gefährdungsstatus integriert.

Wer mehr über die Rolle des globalen und nationalen Artenschutzes erfahren möchte, kann im Artikel Wächter der Vielfalt ausführlich dazu nachlesen.

Weiterführende Themen rund um Schildkröten von A-Z

Grundlagen im Artikel „Schildkröten – Evolution und Vielfalt“
Anatomie im Artikel Der Körperbau der Schildkröten“
Ernährung im Artikel „Ernährung und Verhalten“
Fortpflanzung im Artikel „Fortpflanzung
Artenschutz-Instrumente im Artikel „Die Wächter der Vielfalt
Bemerkenswertes im Artikel „Besondere Fakten

Quellen

Das aktuelle, oben im Artikel zitierte Standardwerk zur Schildkröten-Taxonomie:

Rhodin, A.G.J., Iverson, J.B., Fritz, U., Gallego-García, N., Georges, A., Shaffer, H.B. and van Dijk, P.P. (2025) ‘Turtles of the World: Annotated Checklist and Atlas of Taxonomy, Synonymy, Distribution, and Conservation Status’, in Rhodin, A.G.J. et al. (eds.) Conservation Biology of Freshwater Turtles and Tortoises: A Compilation Project of the IUCN SSC Tortoise and Freshwater Turtle Specialist Group. 10th edn. Chelonian Research Monographs, 10, pp. 1–575.

https://doi.org/10.3854/crm.10.checklist.atlas.v10.2025 (Accessed: 10 May 2026).

Obwohl die Forschung seit 2007 (insbesondere durch Genanalysen) viele neue Erkenntnisse gewonnen hat, bleibt folgendes Werk der Ankerpunkt. Es legt wissenschaftlich fest, welches Taxon wie heißt, und ist die weltweit anerkannte Basis für die Forschung und den internationalen Artenschutz (CITES). Die heutige Turtle Taxonomy Working Group (TTWG), die jährlich die oben verlinkte „Bibel“ der Schildkrötensystematik aktualisiert, nutzt die Checklist von Fritz & Havaš explizit als Ausgangspunkt für ihre modernen Revisionen:

Fritz, U. and Havaš, P. (2007) ‘Checklist of Chelonians of the World’, Vertebrate Zoology, 57(2), pp. 149–368.


Global analysis reveals increasing threats and dynamic taxonomy in turtles

Turtles are among the most threatened vertebrate groups worldwide.

Turtles (𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘦𝘴) represent one of the oldest extant vertebrate groups on Earth. A recent comprehensive analysis of global diversity and conservation status now provides a differentiated yet deeply concerning overview of their current situation.

The Annotated Checklist of Taxonomy, Synonymy, Distribution with Maps, and Conservation Status, “Turtles of the World”, pp. 1–575, edited by the Turtle Taxonomy Working Group (Rhodin et al.) and published in the Chelonian Research Monographs, is regarded as the internationally recognised standard reference for turtle taxonomy.

𝐂𝐮𝐫𝐫𝐞𝐧𝐭 𝐒𝐭𝐚𝐭𝐮𝐬 𝐨𝐟 𝐃𝐢𝐯𝐞𝐫𝐬𝐢𝐭𝐲

According to Rhodin et al., currently recognised turtle diversity comprises 364 valid species and 129 subspecies, representing nearly 500 taxa in total. This reflects the status as of 2024/2025.

The moderate increase compared with earlier assessments is primarily the result of taxonomic revisions, particularly the re-evaluation of existing populations through molecular and morphological studies.

This development highlights that turtle taxonomy remains highly dynamic, although the authors deliberately follow a comparatively conservative approach in order to maintain taxonomic stability.

𝐖𝐡𝐚𝐭 𝐢𝐬 𝐚 𝐓𝐚𝐱𝐨𝐧?

In biology, a taxon (plural: taxa) is a systematic unit grouping organisms based on shared characteristics and evolutionary relationships. A taxon may represent different hierarchical ranks, such as species, genus, family or order.

All living turtles belong to the order 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘦𝘴 within the reptile class 𝘙𝘦𝘱𝘵𝘪𝘭𝘪𝘢. Historically, the term 𝘊𝘩𝘦𝘭𝘰𝘯𝘪𝘢 was also used, but 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘦𝘴 is now the accepted modern standard.

Within the order 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘦𝘴, turtles are divided into two major evolutionary lineages or suborders:

• 𝘊𝘳𝘺𝘱𝘵𝘰𝘥𝘪𝘳𝘢
Hidden-neck turtles retract the head and neck backwards into the shell in an S-shaped curve.

• 𝘗𝘭𝘦𝘶𝘳𝘰𝘥𝘪𝘳𝘢
Side-neck turtles fold the neck sideways beneath the edge of the shell.

Other important taxa include families such as:

• 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘪𝘯𝘪𝘥𝘢𝘦 – tortoises
• 𝘊𝘩𝘦𝘭𝘰𝘯𝘪𝘪𝘥𝘢𝘦 – sea turtles

A nominotypical subspecies refers to the subspecies that bears the same name as the species itself, for example 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘰 𝘩𝘦𝘳𝘮𝘢𝘯𝘯𝘪 𝘩𝘦𝘳𝘮𝘢𝘯𝘯𝘪 as the nominotypical form of 𝘛𝘦𝘴𝘵𝘶𝘥𝘰 𝘩𝘦𝘳𝘮𝘢𝘯𝘯𝘪. This designation occurs automatically during the original scientific description of the species.

𝐖𝐡𝐚𝐭 𝐢𝐬 𝐓𝐚𝐱𝐨𝐧𝐨𝐦𝐲?

Taxonomy is the scientific discipline concerned with the naming, description and classification of organisms. It determines which species exist, how they are distinguished from one another and how they are evolutionarily related.

Modern taxonomy is primarily based on morphological characteristics and genetic analyses. On this basis, organisms are organised into a hierarchical system, for example species, genus or family.

Taxonomy is not a static system. New research continuously leads to changes. Species are newly described, synonymised or split into separate taxa. Turtles provide a particularly clear example of how dynamic this process remains.

Taxonomy is of central importance for conservation biology. Only clearly defined taxa allow accurate assessment of extinction risk and the development of targeted conservation measures.

𝐇𝐢𝐬𝐭𝐨𝐫𝐢𝐜 𝐚𝐧𝐝 𝐑𝐞𝐜𝐞𝐧𝐭 𝐋𝐨𝐬𝐬𝐞𝐬

Since the beginning of the modern era (from around 1500 onwards), at least ten taxa have become extinct, depending on taxonomic interpretation. In addition, palaeoecological evidence documents the loss of at least twenty further taxa during the Holocene.

These figures demonstrate that turtle extinctions are not exclusively a modern phenomenon, but part of a long-term process that has accelerated considerably in recent times.

𝐆𝐥𝐨𝐛𝐚𝐥 𝐂𝐨𝐧𝐬𝐞𝐫𝐯𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧 𝐒𝐭𝐚𝐭𝐮𝐬

Particularly significant is the proportion of threatened species. Currently, more than 53 per cent of turtle species are classified as threatened (categories CR, EN and VU). Including species with insufficient data, the estimated total level of threat rises to approximately 58.5 per cent.

This makes turtles one of the most threatened vertebrate groups worldwide.

The principal threats include:

• habitat loss and fragmentation
• overexploitation through hunting and international trade
• human-induced environmental change, including climate change

Compared with earlier assessments, a clear negative trend is evident, as the proportion of threatened species continues to increase. Habitat destruction is now considered one of the most important threats to turtles alongside wild collection and illegal trade.

Diversity, evolution and conservation threats of turtles are illustrated through the representation of different turtle groups, habitats, major threat factors and international conservation measures.

𝐓𝐡𝐞 𝐈𝐦𝐩𝐨𝐫𝐭𝐚𝐧𝐜𝐞 𝐨𝐟 𝐓𝐚𝐱𝐨𝐧𝐨𝐦𝐲 𝐟𝐨𝐫 𝐂𝐨𝐧𝐬𝐞𝐫𝐯𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧

One of the central conclusions of the analysis is the outstanding importance of stable and evidence-based taxonomy for conservation biology. Only clearly defined taxa allow population-level risks to be properly assessed and effective conservation measures to be developed.

The authors of the scientific monograph referenced below consider alternative taxonomic concepts but prioritise approaches supported by robust evidence. This is particularly important for the international comparability of biodiversity data and conservation strategies.

𝐅𝐮𝐧𝐜𝐭𝐢𝐨𝐧 𝐚𝐬 𝐚 𝐑𝐞𝐟𝐞𝐫𝐞𝐧𝐜𝐞 𝐖𝐨𝐫𝐤

The publication extends far beyond a simple species list. It integrates:

• taxonomic and nomenclatural information
• taxonomic synonymies
• detailed distribution data
• maximum body size data
• international conservation status listings (IUCN, CITES, ESA)

It therefore represents a central foundation for research, monitoring and conservation-related decision-making processes.

𝐂𝐨𝐧𝐜𝐥𝐮𝐬𝐢𝐨𝐧

The taxonomic reference work by Rhodin and colleagues clearly demonstrates that turtles, despite their extraordinarily long evolutionary history, now face major global challenges. The high proportion of threatened species and the continuing increase in extinction risk underline the urgent need for international conservation action.

At the same time, the publication provides an indispensable scientific basis for developing targeted and evidence-based conservation strategies.

𝐊𝐞𝐲 𝐅𝐚𝐜𝐭𝐬 𝐨𝐧 𝐂𝐮𝐫𝐫𝐞𝐧𝐭 𝐓𝐚𝐱𝐨𝐧𝐨𝐦𝐲 (2024/2025)

• Updated regularly to incorporate molecular and morphological revisions
• Currently recognises around 364 valid species and 129 subspecies, representing nearly 500 taxa
• Serves as a central reference for the IUCN Red List and CITES by integrating synonymies, distribution data and conservation status information

Readers interested in the role of global and national conservation measures can find further information in the article Guardians of Diversity.

𝐒𝐨𝐮𝐫𝐜𝐞𝐬

The current standard reference work on turtle taxonomy cited above:

Rhodin, A.G.J., Iverson, J.B., Fritz, U., Gallego-García, N., Georges, A., Shaffer, H.B. and van Dijk, P.P. (2025) ‘Turtles of the World: Annotated Checklist and Atlas of Taxonomy, Synonymy, Distribution, and Conservation Status’, in Rhodin, A.G.J. et al. (eds.) Conservation Biology of Freshwater Turtles and Tortoises: A Compilation Project of the IUCN SSC Tortoise and Freshwater Turtle Specialist Group. 10th edn. Chelonian Research Monographs, 10, pp. 1–575.

https://doi.org/10.3854/crm.10.checklist.atlas.v10.2025 (Accessed: 10 May 2026).

Although research since 2007, particularly through genetic analyses, has produced many new insights, the following work remains the foundational reference. It formally defines turtle taxa and nomenclature and continues to serve as the internationally recognised basis for research and conservation frameworks such as CITES. The modern Turtle Taxonomy Working Group (TTWG), which annually updates the principal global reference work on turtle systematics referenced above, explicitly uses the checklist by Fritz & Havaš as the starting point for its modern revisions:

Fritz, U. and Havaš, P. (2007) ‘Checklist of Chelonians of the World’, Vertebrate Zoology, 57(2), pp. 149–368.