Lavendel

Lavendel ist eine ideale Versteckpflanze im mediterranen Landschildkrötengehege.

Eine mediterrane Versteckpflanze für Europäische Landschildkröten

Was ist der beste Lavendel für unser Klima?

Der für das deutsche Klima am besten geeignete Lavendel ist der Echte Lavendel (𝘓𝘢𝘷𝘢𝘯𝘥𝘶𝘭𝘢 𝘢𝘯𝘨𝘶𝘴𝘵𝘪𝘧𝘰𝘭𝘪𝘢). Diese Art gilt als besonders robust und kommt gut mit den vergleichsweise kalten und feuchten Bedingungen in Nord- und Mitteleuropa zurecht. Zudem zeichnet sie sich durch eine hohe Langlebigkeit und eine gute Winterhärte aus.

Ist Lavendel winterhart?

Viele Lavendelarten und -sorten sind winterhart, können also kalte Temperaturen überstehen. Allerdings unterscheidet sich die Frosttoleranz deutlich zwischen den einzelnen Arten.

Der Echte Lavendel (𝘓𝘢𝘷𝘢𝘯𝘥𝘶𝘭𝘢 𝘢𝘯𝘨𝘶𝘴𝘵𝘪𝘧𝘰𝘭𝘪𝘢) sowie Sorten wie ‚Alba‘ und ‚Hidcote Blue‘ sind für ihre ausgeprägte Winterhärte bekannt. Sie vertragen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, stärkere Fröste und auch zeitweise Schneebedeckung. Bei starkem Frost profitieren die Pflanzen jedoch in den ersten Wintern von einem Schutz durch Reisig.

Deutlich empfindlicher ist dagegen der Französische Schopflavendel (𝘓𝘢𝘷𝘢𝘯𝘥𝘶𝘭𝘢 𝘴𝘵𝘰𝘦𝘤𝘩𝘢𝘴). Diese Art reagiert empfindlich auf Frost und kann in Regionen mit kalten Wintern meist nur als einjährige Pflanze oder in geschützter Kultur überwintert werden.

Lavendel im Gehege

Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) ist für Schildkrötengehege besonders gut geeignet, da er kalkliebend, hitzetolerant und trockenheitsverträglich ist. Genau diese Eigenschaften entsprechen den Bedingungen vieler naturnah gestalteter Freilandgehege. Anfangs pflanzt man 3 Pflanzen in einem Dreieck, sodass schnell ein größerer, dichter Busch entsteht, und direkt eine Versteckmöglichkeit gegeben ist.

Lavendel kommt mit mageren, steinigen und gut drainierten Böden gut zurecht und verträgt auch längere Hitzeperioden problemlos. Staunässe hingegen sollte vermieden werden. Durch seinen kompakten Wuchs bietet er Struktur, leichte Beschattung und geschützte Ruheplätze, ohne das Gehege zu stark zu beschatten.

💡 Besonderer Hinweis:
Die beruhigenden und antibakteriellen Eigenschaften des Lavendels kommen womöglich auch Schildkröten zugute, die unter Lavendelpflanzen ruhen – insbesondere durch den Duft und das ausgeglichene Mikroklima im Wurzelbereich. Zusätzlich wirken Duft und Inhaltsstoffe abschreckend auf blutsaugende Insekten, ein weiterer Pluspunkt für unsere Schildkröten, die sich gerne unter oder zwischen Lavendelpflanzen aufhalten. Diese abwehrende Wirkung hat der Lavendel mit dem Rosmarin gemein.

Der Duft von Lavendel wird mit einer beruhigenden Wirkung assoziiert.

Pflege & Ernte

Lavendel liebt sonnige, warme und trockene Standorte mit durchlässigem, kalkhaltigem Boden. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.
Nach der Blüte wird die Pflanze kräftig zurückgeschnitten, jedoch nicht bis ins Holz. Die Blüten erntet man im Sommer, kurz bevor sie vollständig aufblühen – dann ist ihr Wirkstoffgehalt am höchsten.


Lavendel – Heilpflanze mit langer Tradition

Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein duftender Halbstrauch, der seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt wird. Schon im Mittelalter spielte Lavendel eine wichtige Rolle in der Klostermedizin. Bis heute werden seine violetten Blüten in der Naturheilkunde vielseitig eingesetzt.

Schon im Mittelalter wurde der echte Lavendel in deutschen Klostergärten als Heilpflanze angebaut.

Wirkung & Inhaltsstoffe

Lavendel wirkt beruhigend, angstlösend, krampflösend, entzündungshemmend und antibakteriell. Verantwortlich dafür ist vor allem das ätherische Öl mit den Hauptbestandteilen Linalool und Linalylacetat, ergänzt durch Gerbstoffe, Flavonoide und Cumarine. Diese Kombination macht Lavendel zu einer bewährten Pflanze bei Stress, innerer Unruhe und Verspannungen.

Anwendung als Heilpflanze

  • Tee: Ein Aufguss aus Lavendelblüten hilft bei Nervosität, Einschlafstörungen, Verdauungsproblemen und innerer Unruhe.
  • Öl & Salben: Äußerlich angewendet lindert Lavendelöl Spannungskopfschmerzen, Muskelverspannungen und leichte Hautreizungen.
  • Duft: Getrocknete Blüten oder wenige Tropfen Öl wirken entspannend, fördern den Schlaf und vertreiben Motten sowie Mücken.

Schon intensives Einatmen des Lavendelduftes kann Stress reduzieren, da er den Kortisolspiegel im Körper senkt. Lavendel wird daher auch bei nervöser Erschöpfung und Angstzuständen eingesetzt.

Wichtig zu wissen

Für Heilzwecke sollte ausschließlich Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) verwendet werden. Andere Arten, etwa der Schopflavendel, besitzen deutlich weniger Wirkstoffe oder können sogar unverträglich sein.

Weitere Verwendung

  • Bäder: Lavendelbäder wirken entspannend und schlaffördernd.
  • Kosmetik: Lavendelwasser oder Lavendelöl pflegen unreine Haut und wirken erfrischend.
  • Küche: Sparsam verwendet ist Lavendel Bestandteil der Kräuter der Provence und eignet sich für Desserts, Gelees oder Essig.

Symbolik des Lavendels

Lavendel symbolisiert vor allem Ruhe, Reinheit, Hingabe und Heilung. Die Pflanze wird häufig mit Gelassenheit, innerem Frieden und dem Schutz vor negativen Einflüssen assoziiert. Darüber hinaus steht Lavendel für Beständigkeit in der Liebe, sowie für spirituelle Erneuerung und Transformation.

Ein wesentlicher Bestandteil seiner Symbolik ist die Verbindung zu Reinheit und Sauberkeit. Der Name Lavendel leitet sich vom lateinischen lavare („waschen“) ab. Daher gilt die Pflanze traditionell als Sinnbild für körperliche und geistige Reinigung.

Aufgrund seiner beruhigenden Wirkung auf Körper und Geist steht Lavendel außerdem für Ruhe, Ausgeglichenheit und Entspannung. Sein Duft wird seit Jahrhunderten genutzt, um Stress zu lindern und eine friedliche Atmosphäre zu schaffen.

Zudem besitzt Lavendel eine lange Tradition als Schutzpflanze. Bereits im Mittelalter wurde er verwendet, um negative Energien, Krankheiten oder vermeintlich böse Einflüsse fernzuhalten. Dadurch entwickelte sich seine Bedeutung als Symbol für Schutz, Harmonie und Treue.

Lavendel hat eine lange Tradition als Schutzpflanze.