
Die Maurische Landschildkröte (Testudo graeca) besitzt ein außergewöhnlich großes Verbreitungsgebiet. Es reicht von Nordafrika und der Iberischen Halbinsel über Südosteuropa und Anatolien bis in den Kaukasus, die Levante und den Iran.
Entsprechend groß ist die regionale Vielfalt. Populationen leben unter sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen – von mediterranen Regionen bis zu kontinental geprägten Steppenlandschaften und den Randgebieten heißer Wüsten.
Auch taxonomisch ist Testudo graeca deshalb alles andere als einfach. Über Jahrzehnte wurden Populationen neu beschrieben, zusammengefasst oder anderen Unterarten zugeordnet. Namen, die noch in älteren Büchern, Fachartikeln oder Herkunftsnachweisen auftauchen, entsprechen daher nicht immer dem heutigen Stand.
Wer sich zunächst mit Begriffen wie Art, Unterart, Taxon, Synonym oder Nominatform beschäftigen möchte, findet die Grundlagen im TASCHENDINOS-Artikel Schildkröten: Taxonomie und Bedrohung.
Wie sich die heutigen Vertreter der Gattung Testudo im Laufe ihrer Evolutionsgeschichte entwickelt haben, wird im Artikel Die Entstehung der heutigen Testudo-Arten näher beschrieben.
Eine kompakte Übersicht über die verschiedenen bei TASCHENDINOS behandelten Landschildkröten gibt es außerdem unter Arten Europäischer Landschildkröten.

Wie viele Unterarten von Testudo graeca gibt es aktuell?
Nach dem derzeit von der Reptile Database verwendeten taxonomischen Stand werden elf Unterarten von Testudo graeca geführt.
Die 2025 erschienene 10. Auflage der internationalen Referenzliste Turtles of the World der Turtle Taxonomy Working Group (TTWG) bildet ebenfalls eine wichtige Grundlage für diese Einordnung.
Die jüngste für diese Übersicht besonders relevante Veränderung betrifft Nordwestlibyen: Dort wurde 2024 die neue Unterart Testudo graeca tripolitania beschrieben.
Damit werden aktuell folgende elf Unterarten geführt:
| Unterart | Hauptverbreitungsgebiet | Ältere bzw. abweichende Bezeichnungen |
|---|---|---|
| Testudo graeca graeca | Südwestliches Marokko | T. g. soussensis |
| Testudo graeca marokkensis | Nördliches und zentral-atlantisches Marokko | teilweise T. g. lamberti |
| Testudo graeca whitei | Nordöstliches Marokko, westliches Algerien, Iberische Halbinsel | früher häufig T. g. graeca |
| Testudo graeca nabeulensis | Tunesien, äußerster Nordosten Algeriens | Furculachelys nabeulensis, teilweise T. flavominimaralis |
| Testudo graeca tripolitania | Nordwestliches Libyen | zuvor T. g. nabeulensis zugerechnet |
| Testudo graeca cyrenaica | Nordöstliches Libyen / Cyrenaika | – |
| Testudo graeca ibera | Balkan, Türkei, westlicher Kaukasus | T. ibera, unter anderem T. g. nikolskii |
| Testudo graeca armeniaca | Armenien, Aserbaidschan, Iran, Dagestan, Türkei | unter anderem T. g. pallasi |
| Testudo graeca buxtoni | Iran, Irak, Türkei | unter anderem T. perses |
| Testudo graeca terrestris | Levante und südöstliche Türkei | unter anderem T. g. floweri, T. g. anamurensis, T. g. antakyensis |
| Testudo graeca zarudnyi | Iran | Testudo zarudnyi |
Hinweis: Deutsche Trivialnamen für die einzelnen Unterarten sind nicht durchgehend standardisiert. Deshalb verwendet TASCHENDINOS hier bewusst in erster Linie die wissenschaftlichen Namen.

Die westlichen Unterarten von Testudo graeca
Die westlichen Linien von Testudo graeca kommen vor allem in Nordafrika und auf der Iberischen Halbinsel vor.
Testudo graeca graeca
Die Nominatform Testudo graeca graeca wird heute Populationen aus dem Südwesten Marokkos zugeordnet.
Das ist wichtig, weil der Name T. g. graeca in älterer Literatur häufig wesentlich weiter gefasst wurde.
Die früher als Testudo graeca soussensis bezeichneten Tiere aus Südwestmarokko werden heute nicht mehr als eigenständige Unterart geführt, sondern T. g. graeca zugerechnet.
Wer also ältere Literatur über „T. g. graeca“ liest, sollte immer prüfen, aus welcher Region die beschriebenen Tiere tatsächlich stammen.
Testudo graeca marokkensis
Testudo graeca marokkensis kommt im nördlichen und zentralen atlantischen Marokko vor.
Auch in dieser Region wurden in der Vergangenheit weitere Formen beschrieben. Der Name Testudo graeca lamberti taucht deshalb gelegentlich noch in älteren Veröffentlichungen auf, wird aktuell jedoch nicht als eigenständige Unterart geführt.
Testudo graeca whitei
Testudo graeca whitei wird Populationen aus Nordostmarokko und Westalgerien sowie den Populationen auf dem spanischen Festland zugeordnet.
Gerade diese Unterart ist bei der Auswertung älterer Literatur interessant: Viele dieser Tiere wurden früher unter Testudo graeca graeca geführt.
Die heute auf Mallorca und Formentera vorkommenden Populationen gelten dagegen als eingeführt.
Testudo graeca nabeulensis
Testudo graeca nabeulensis ist vor allem aus Tunesien und dem äußersten Nordosten Algeriens bekannt.
Die Unterart wurde ursprünglich unter dem Gattungsnamen Furculachelys beschrieben. Bei vollständiger Angabe von Autor und Jahr lautet der Name deshalb:
Testudo graeca nabeulensis (Highfield, 1990)
Die Klammern zeigen an, dass die Unterart ursprünglich in einer anderen Gattung beschrieben wurde.
Besonders wichtig ist heute die Abgrenzung gegenüber den Populationen Nordwestlibyens.
Neu beschrieben: Testudo graeca tripolitania
2024 beschrieben Poterala und Kollegen mit Testudo graeca tripolitania eine neue Unterart aus Nordwestlibyen.
Die Untersuchung basierte insbesondere auf mitochondrialen DNA-Daten. Eine bereits zuvor bekannte eigenständige Linie konnte auch bei wildlebenden Tieren in der Umgebung von Gharyan nachgewiesen werden.
Populationen Nordwestlibyens, die zuvor als Testudo graeca nabeulensis bezeichnet worden waren, wurden daraufhin der neu beschriebenen Unterart Testudo graeca tripolitania zugeordnet.
Die genaue geografische Grenze zwischen T. g. nabeulensis und T. g. tripolitania ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass insbesondere für Teile Tunesiens weitere Untersuchungen notwendig sind.
Für aktuelle Texte bedeutet das:
Tiere aus Nordwestlibyen sollten nicht mehr pauschal als Testudo graeca nabeulensis bezeichnet werden.
Bei älteren Publikationen muss dagegen berücksichtigt werden, dass nabeulensis dort noch ein größeres Verbreitungsgebiet einschließlich Nordwestlibyens zugeschrieben wurde.
Das erklärt auch, warum ältere Fachquellen und aktuelle taxonomische Datenbanken bei dieser Region voneinander abweichen können.
Testudo graeca cyrenaica
Weiter östlich lebt Testudo graeca cyrenaica.
Ihr Verbreitungsgebiet liegt in der Cyrenaika im Nordosten Libyens.
Damit werden für Libyen heute zwei unterschiedliche Unterarten mit räumlich getrennten Kerngebieten geführt:
Nordwestlibyen: Testudo graeca tripolitania
Nordostlibyen: Testudo graeca cyrenaica
Die östlichen Unterarten von Testudo graeca
Das Verbreitungsgebiet der östlichen Linien reicht von Südosteuropa über Anatolien und den Kaukasus bis in die Levante, den Irak und den Iran.
Die aktuelle fachliche Bearbeitung von Türkozan und Kollegen unterscheidet fünf östliche Unterarten:
Testudo graeca ibera
Testudo graeca armeniaca
Testudo graeca buxtoni
Testudo graeca terrestris
Testudo graeca zarudnyi

Testudo graeca ibera
Testudo graeca ibera besitzt ein besonders großes Verbreitungsgebiet.
Es umfasst unter anderem Populationen in:
- Bulgarien
- Griechenland
- Kosovo
- Nordmazedonien
- Rumänien
- Serbien
- Georgien
- der Türkei
- dem russischen Krasnodar-Gebiet
In älterer Literatur findet sich häufig auch die Bezeichnung Testudo ibera.
Andere beschriebene Formen wie Testudo graeca nikolskii werden in der aktuellen Systematik nicht als eigenständige Unterarten geführt.
T. g. ibera gehört zu den Maurischen Landschildkröten, die in Mitteleuropa relativ häufig gepflegt werden.
Gerade bei einer Art mit einem derart großen Verbreitungsgebiet zeigt sich, warum neben dem wissenschaftlichen Namen auch die Herkunft und das dortige Klima für die Haltung von Bedeutung sind. Mehr dazu im TASCHENDINOS-Artikel Artgerechte Haltung Europäischer Landschildkröten.
Testudo graeca armeniaca
Testudo graeca armeniaca wird Populationen in Armenien, Aserbaidschan, Iran, Dagestan und Teilen der Türkei zugeordnet.
In älterer Literatur können weitere Namen auftreten. Dazu gehört unter anderem Testudo graeca pallasi, das heute nicht als eigenständige Unterart geführt wird.
Testudo graeca buxtoni
Testudo graeca buxtoni kommt in Iran, Irak und der Türkei vor.
Auch hier wurden in der Vergangenheit zusätzliche Taxa beschrieben. Dazu gehört beispielsweise Testudo perses.
Nach dem derzeit verwendeten taxonomischen Konzept wird perses nicht als eigenständige Unterart von Testudo graeca geführt.
Testudo graeca terrestris
Testudo graeca terrestris besiedelt vor allem die Levante und angrenzende Teile der Türkei.
Das Verbreitungsgebiet umfasst:
- Israel
- Palästina
- Jordanien
- Libanon
- Syrien
- Teile der Türkei
In diesem Raum wurden in der Vergangenheit mehrere weitere Formen beschrieben, darunter:
Testudo graeca floweri
Testudo graeca anamurensis
Testudo graeca antakyensis
Sie werden heute nicht als eigenständige Unterarten in der aktuellen Unterartenliste geführt.
Testudo graeca zarudnyi
Testudo graeca zarudnyi ist eine iranische Unterart und wird heute dem Iran, insbesondere den östlichen Landesteilen, zugeordnet.
In älterer Literatur kann sie auch als eigenständige Art Testudo zarudnyi erscheinen.
Unterarten sind keine scharf gezogenen Linien auf der Landkarte

Eine Tabelle mit Verbreitungsgebieten kann leicht den Eindruck erwecken, als ließen sich die Unterarten von Testudo graeca sauber voneinander abgrenzen.
In der Natur ist es komplizierter.
Besonders bei den östlichen Populationen sind Übergangszonen und Intergradation bekannt. Beschrieben werden unter anderem Kontakt- und Übergangsbereiche zwischen:
- armeniaca und ibera
- armeniaca und buxtoni
- ibera und terrestris
- buxtoni und terrestris
Populationen folgen also nicht zwangsläufig unseren taxonomischen Schubladen.
Hinzu kommt die enorme äußerliche Variabilität von Testudo graeca. Färbung, Panzerform und Körpergröße können sich regional deutlich unterscheiden.
Genetische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass auffällige morphologische Unterschiede nicht automatisch eine entsprechend starke genetische Trennung bedeuten.
Kann man die Unterart anhand eines Fotos bestimmen?
Häufig nur sehr eingeschränkt.
Ein einzelnes Tier allein anhand von Färbung, Panzerzeichnung oder Körperform sicher einer Unterart zuzuordnen, kann insbesondere bei Testudo graeca problematisch sein.
Bei Tieren in menschlicher Obhut ist eine nachvollziehbar dokumentierte Herkunft deshalb wesentlich aussagekräftiger als eine rein optische Zuordnung.
Das gilt besonders für Tiere, deren Vorfahren bereits seit mehreren Generationen gehalten oder ohne gesicherte Herkunft miteinander verpaart wurden.
Warum ältere Bücher andere Namen nennen
Wer sich mit Maurischen Landschildkröten beschäftigt, stößt schnell auf wissenschaftliche Namen, die in aktuellen Übersichten nicht mehr auftauchen.
Beispiele sind:
Testudo graeca soussensis
Testudo graeca nikolskii
Testudo graeca pallasi
Testudo graeca anamurensis
Testudo graeca floweri
Testudo graeca antakyensis
Testudo perses
Das bedeutet nicht automatisch, dass ältere Autoren „falsch“ lagen.
Taxonomie bildet immer den jeweiligen wissenschaftlichen Kenntnisstand ab. Neue genetische Untersuchungen, zusätzliche Fundorte, Neubewertungen von Typusmaterial und geänderte Artkonzepte können dazu führen, dass ein Name später synonymisiert oder ein Taxon neu eingeordnet wird.
Mehr zu diesem grundsätzlich dynamischen Prozess gibt es bei TASCHENDINOS unter Schildkröten: Taxonomie und Bedrohung.
Bei historischen Angaben sollte ein alter wissenschaftlicher Name deshalb nicht ungeprüft durch einen aktuellen Namen ersetzt werden. Herkunft, Zeitpunkt und Zusammenhang der ursprünglichen Bestimmung müssen mitberücksichtigt werden.
Warum die Herkunft auch für die Haltung wichtig ist
Taxonomie ist nicht nur eine Frage der korrekten Beschriftung.
Das riesige Verbreitungsgebiet von Testudo graeca umfasst sehr unterschiedliche Klimabedingungen und Jahresrhythmen.
Eine Population aus Südosteuropa oder Anatolien lebt unter anderen Bedingungen als eine Population aus Tunesien, Libyen oder dem Iran.
Innerhalb der östlichen Unterartengruppe reichen die besiedelten Klimabereiche nach der aktuellen Fachbearbeitung von mediterranen und mediterran-kontinentalen Regionen über Steppenklimate bis an die Ränder heißer Wüsten.
Deshalb sollte bei der Haltung – soweit die Herkunft eines Tieres bekannt ist – nicht ausschließlich der Artname berücksichtigt werden.
Entscheidend ist auch:
Woher stammt die Population?
Welches Klima herrscht dort?
Wie verlaufen Temperaturen und Niederschläge im Jahresverlauf?
Welche saisonalen Ruhe- und Aktivitätsphasen treten auf?
Diese Fragen bilden die Grundlage der modernen Haltung Europäischer Landschildkröten.
Testudo graeca innerhalb der Gattung Testudo
Die enorme geografische Differenzierung von Testudo graeca ist auch das Ergebnis einer langen Evolutionsgeschichte.
Klimaveränderungen, geologische Prozesse, räumliche Isolation, Ausbreitungsphasen und spätere Sekundärkontakte haben die heutigen Populationen geprägt.
Wer diesen Hintergrund vertiefen möchte, findet im TASCHENDINOS-Artikel Die Entstehung der heutigen Testudo-Arten weitere Informationen zur Entwicklung und Ausbreitung der Gattung.
Die übergeordnete Artenübersicht findet sich unter Arten Europäischer Landschildkröten.
Stand der Taxonomie
Diese Übersicht entspricht dem von TASCHENDINOS verwendeten taxonomischen Stand September 2026.
Als wesentliche Referenzen dienen:
- die aktuelle Reptile Database
- die Turtle Taxonomy Working Group (TTWG), Turtles of the World, 10. Auflage, 2025
- die aktuellen Fachbearbeitungen der westlichen und östlichen Testudo-graeca-Linien
- die Erstbeschreibung von Testudo graeca tripolitania aus dem Jahr 2024
Taxonomie ist allerdings kein starres System.
Gerade bei einem so weit verbreiteten und genetisch wie morphologisch komplexen Taxon wie Testudo graeca können zukünftige Untersuchungen zu weiteren Änderungen führen.
Diese Seite wird deshalb bei relevanten neuen taxonomischen Erkenntnissen aktualisiert.
Weiterlesen bei TASCHENDINOS
Taxonomie verstehen
Schildkröten: Taxonomie und Bedrohung
Was bedeuten Taxon, Art, Unterart und Nominatform – und warum verändern sich wissenschaftliche Namen?
Evolution der Gattung Testudo
Die Entstehung der heutigen Testudo-Arten
Wie entstanden die heutigen Testudo-Arten und welche Rolle spielten Klima und Erdgeschichte?
Artenübersicht
Arten Europäischer Landschildkröten
Die wichtigsten Arten und Unterarten im Überblick.
Haltung am Habitat orientieren
Artgerechte Haltung Europäischer Landschildkröten
Warum Herkunft, Klima und natürlicher Jahresrhythmus auch für die Haltung entscheidend sind.
Quellen und weiterführende Literatur
The Reptile Database
Uetz, P., Freed, P., Aguilar, R., Reyes, F. & Hošek, J. (Hrsg.): The Reptile Database. Eintrag Testudo graeca Linnaeus, 1758. Abgerufen September 2026.
Testudo graeca in der Reptile Database
Die Reptile Database führt aktuell elf Unterarten von Testudo graeca, darunter die 2024 beschriebene T. g. tripolitania.
Turtle Taxonomy Working Group (TTWG) (2025)
Rhodin, A. G. J., Iverson, J. B., Fritz, U., Gallego-García, N., Georges, A., Shaffer, H. B. & van Dijk, P. P. (2025):
Turtles of the World: Annotated Checklist and Atlas of Taxonomy, Synonymy, Distribution, and Conservation Status. 10th Edition. Chelonian Research Monographs 10: 1–575.
DOI: 10.3854/crm.10.checklist.atlas.v10.2025
Die aktuelle internationale Referenzliste zur Taxonomie, Synonymie und Verbreitung der Schildkröten.
Escoriza, D., Díaz-Paniagua, C., Andreu, A. & Ben Hassine, J. (2022)
Testudo graeca Linnaeus 1758 – Western Subspecies Clade: Testudo g. graeca, T. g. cyrenaica, T. g. marokkensis, T. g. nabeulensis, T. g. whitei.
Chelonian Research Monographs 5(16): 117.1–117.18.
DOI: 10.3854/crm.5.117.western.graeca.v1.2022
TFTSG-Artenkonto: westliche Testudo-graeca-Unterarten
Hinweis: Die Arbeit stammt aus dem Jahr 2022 und erschien damit vor der Beschreibung von T. g. tripolitania. Die damals noch T. g. nabeulensis zugerechneten nordwestlibyschen Populationen müssen deshalb im Licht der Arbeit von Poterala et al. (2024) neu betrachtet werden.
Türkozan, O., Javanbakht, H., Mazanaeva, L., Meiri, S., Kornilev, Y. V., Tzoras, E., Popgeorgiev, G., Shanas, U. & Escoriza, D. (2023)
Testudo graeca Linnaeus 1758 – Eastern Subspecies Clades: Testudo g. armeniaca, T. g. buxtoni, T. g. ibera, T. g. terrestris, T. g. zarudnyi.
Chelonian Research Monographs 5(17): 120.1–120.33.
DOI: 10.3854/crm.5.120.eastern.graeca.v1.2023
TFTSG-Artenkonto: östliche Testudo-graeca-Unterarten
Die Arbeit beschreibt die fünf aktuell verwendeten östlichen Unterarten sowie bekannte Übergangs- und Hybridisierungszonen.
Poterala, S. F., Rattay, P., Johnson, A. S., Buijlayyil, M. S. A., Kiraz, A. & Ajaj, A. M. S. (2024)
Testudo graeca tripolitania, a new taxon of spur-thighed tortoise found in Libya at risk of exploitation for the international pet trade.
Basic and Applied Herpetology 38.
DOI: 10.11160/bah.279
Originalarbeit zu Testudo graeca tripolitania
Die Autoren weisen anhand mitochondrialer DNA eine eigenständige Linie in Nordwestlibyen nach und beschreiben diese als Testudo graeca tripolitania. Gleichzeitig betonen sie, dass die genaue Grenze zu T. g. nabeulensis noch weiter untersucht werden muss.
Fritz, U., Hundsdörfer, A. K., Široký, P., Auer, M., Kami, H., Lehmann, J., Mazanaeva, L. F., Türkozan, O. & Wink, M. (2007)
Phenotypic plasticity leads to incongruence between morphology-based taxonomy and genetic differentiation in western Palaearctic tortoises (Testudo graeca complex; Testudines, Testudinidae).
Amphibia-Reptilia 28: 97–121.
Eine grundlegende Arbeit zur Diskrepanz zwischen äußerer Variabilität und genetischer Differenzierung innerhalb des Testudo-graeca-Komplexes.
Graciá, E., Vargas-Ramírez, M., Delfino, M., Anadón, J. D., Giménez, A., Fahd, S., Corti, C., Jdeidi, T. B. & Fritz, U. (2017)
Expansion after expansion: dissecting the phylogeography of the widely distributed spur-thighed tortoise, Testudo graeca.
Biological Journal of the Linnean Society 121: 641–654.
Weiterführende phylogeografische Untersuchung zur Entstehung und Ausbreitung der verschiedenen Linien innerhalb des großräumigen Testudo-graeca-Komplexes.

